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Recherche zur und Dokumentation von öffentlicher Kunst in Graz: von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart



Grazer StadtschreiberIn


Auf Einladung der Stadt Graz verbringen SchriftstellerInnen aus Österreich und anderen Staaten einen begrenzten Zeitraum (1 Jahr) als Gäste in Graz.

Die Idee des traditionellen Stadtschreibers des Mittelalters, der bei Ratssitzungen als Protokollführer diente, wurde wieder aufgegriffen und neu definiert. Die eingeladenen SchriftstellerInnen erhalten die Möglichkeit, ohne finanziellen Druck ihrer literarischen Tätigkeit nachzugehen und sich mit der Atmosphäre und der Kulturszene der Stadt auseinanderzusetzen.

Die derzeitigen Jurymitglieder sind:


Dr. Markus Jaroschka
Drin Alexandra Millner
Mag. Paul Pechmann
Dr. Rüdiger Wischenbart

"Neuer" Stadtschreiber (September 2014 bis August 2015):

László Garaczi

Die Begründung der Jury:
László Garaczi (geb. 1956) ist einer der vielfältigst reflektierenden Intellektuellen des heutigen Ungarn. Nach Studien der Fächer Ungarisch-Geschichte an der Pädagogischen Hochschule in Eger und Philosophie an der Budapester ELTE lebt er seit 1982 als freier Schriftsteller in Budapest. Wie es im Kommunismus bei Intellektuellen üblich war, verdiente er mehrere Jahre lang sein Geld als Hilfsarbeiter in verschiedenen Fabriken und war vor und während der Wende in der Underground-Szene politisch tätig.

László Garaczi ist Verfasser zahlreicher Gedichtbände, Romane, Theaterstücke und Drehbücher. In seinen Romanen und Erzählbändern, von denen vier (Plastik, Die wunderbare Busfahrt, Pikasso sieht rot und Bekenntnisse eines Lemuren) auf Deutsch beim Grazer Droschl Verlag erschienen sind, dominiert eine genaue, oft spielerische Sprache mit augenzwinkerndem Humor und narrativer Virtuosität und breit gestreutem Wortschatz. Gerne und produktiv arbeitet er auch mit den Regisseuren und Regisseurinnen des neuen ungarischen Films zusammen. Seit einigen Jahren hat er zudem das Fotografieren für sich entdeckt, das sich ergänzend in Form von Illustrationen und Bild-Text-Projekten zu seinem literarischen Werk fügt.

Er verfolgt und kommentiert das politische Geschehen in Ungarn. Sein neuestes Theaterstück (EMKE – volt egyszer egy kávéház; EMKE – es gab einmal ein Kaffeehaus, 2012) überträgt die aktuellen politischen Ereignisse und Figuren in die Zeit des frühen 20. Jahrhunderts in eine Kaffeehausatmosphäre. Auch in seinem erzählenden und essayistischen Werk behandelt László Garaczi oftmals in zeitkritischer Weise politische Themen.

Schon bisher hat László Garaczi unter anderem aufgrund seiner Publikationen im Droschl Verlag in Graz, durch Theateraufführungen in Wien und in der Grazer Literaturzeitschrift LICHTUNGEN intensive Beziehungen zur deutschsprachigen und insbesondere österreichischen Literaturszene unterhalten. Darüber hinaus hat er durch diverse Auslandsaufenthalte und Kooperationen reiche Erfahrung darin, sich in das lokale und regionale Literaturgeschehen des jeweiligen Gastlandes einzubringen.

Aufgrund dieses Profils wird László Garaczi als Stadtschreiber das literarische Leben in Graz sicherlich wesentlich bereichern.


"Aktuelle" Stadtschreiberin (September 2013 bis August 2014):

Ivana Sajko

Die Begründung der Jury lautet wie folgt:
Die international renommierte kroatische Dramatikerin und Prosaautorin Ivana Sajko ist eine politische Autorin, die in ihren Stücken die jüngere Geschichte Kroatiens aufgreift, den Krieg und seine Auswirkungen auf die Menschen, insbesonders die Frauen. Sajko nimmt dabei keine vorhersehbare, berechenbare politische Position ein, sondern probiert immer wieder verschiedene Positionen aus, um ihre Themen zu beleuchten; sie lässt ihre Texte nicht vor so großen Themen wie Krieg oder Liebe kapitulieren, sondern stellt sich ihnen auf immer wieder sehr körperliche und nicht zuletzt poetische Weise. Durch die verwendete Sprache, ausgehend von improvisierenden Schreibprozessen, die allerdings stark überarbeitet sind, verkörpert sie dabei zum Beispiel Wut, Fragilität und Religiosität ihrer Figuren. Die dramatische Kunst, das Schreiben und die Sprache selbst werden dabei immer mitverhandeln.

Außergewöhnlich ausdrucksstarke Bilder, zersplitterte Wahrnehmungen und unkonventionelle Baupläne charakterisieren sowohl die Theaterstücke der Autorin als auch ihren Roman RIO BAR. Für ihre Zeit als Grazer Stadtschreiberin hat sich Sajko nun einen weiteren Roman vorgenommen, dessen schlichter Titel THE LOVE NOVEL mit dem gemeinsamen Erinnerungsspeicher der „Eintags-Migranten“ in eine bessere Zukunft, mit so „anachronistischen Generalisierungen wie Ost- und Westeuropa“ (Sajko) umgehen möchte und damit, wie sich das wiedererrichtete europäische Territorium und seine ehemaligen Grenzen in unseren Wünschen und Enttäuschungen eingerichtet hat.

Sajko, deren Stück ROSE IS A ROSE IS A ROSE bereits beim steirischen herbst aufgeführt wurde und die im Internationalen Haus der Autoren Graz einen Monat gearbeitet hat, wird während ihres Jahres in Graz an bestehende Kontakte mit Grazer Künstlerinnen und Künstlern anschließen können.


Stadtschreiberin 2012/2013:

Dana Ranga

Die Begründung zur einstimmigen Vorentscheidung der Jury lautet wie folgt:
Die Autorin, Übersetzerin und Dokumentarfilmerin Dana Ranga, geboren in Rumänien, lebt in Deutschland und ist eine vielseitige Künstlerin. Sie ist als Lyrik- und Prosaübersetzerin aus dem Rumänischen und Englischen bekannt, in der Dokumentarszene ist sie ein „Stern“ mit ihren Filmen EAST SIDE STORY (1997, über Musicalfilme im Kommunismus), STORY (2003, die Geschichte des Astronauten Story Musgrave) und COSMONAUT POLYAKOV (2007, auf DVD, Geschichte des Kosmonauten, der über ein Jahr in der MIR im All war). Sie plant zur Zeit einen weiteren Film über den Weltraum, den dritten Teil einer Weltraumtrilogie, allerdings ohne Astronauten, es wird um die Psychologie im Weltall gehen.

Im Jahre 2011 erschien im Suhrkamp Verlag über Vermittlung der Literaturzeitschrift MANUSKRIPTE ihr erster deutschsprachiger Lyrikband mit dem Titel „Wasserbuch“, der von der Kritik sehr positiv aufgenommen wurde. So beurteilt Carsten Hueck (in Ex Libris, 8.01.2012) ihr Buch: „Dana Rangas deutsches Debüt ist eigenwillig und gelungen, surrealistisch, humorvoll, sprachlich exakt. Bewegt sich ein Fisch elegant, übersetzt sie das genauso in Form und Sprachfluss ihrer Gedichte… Was sie beschreibt, ist originell und klug und tief, ohne Schwere.“

Die Autorin ist unter einem kommunistischen Regime aufgewachsen, in dem nur selten offen über Dinge gesprochen werden konnte. Prägend für sie war der Verlust ihrer Mutter (verstorben oder verschwunden?) mit sieben Jahren, dies war für das Kind, wie sie es in einem Interview ausdrückt, der Ausgangspunkt ihrer lebenslangen Bemühung, die Dinge zu erforschen, zu dokumentieren und aufzuschreiben. Nach der Auflösung der „großen Lüge in ihrem Geburtsland“ beginnt sie Geschichten zu erzählen – in den Genres Film und Literatur. ‚Geschichten’ meint sie, sind wichtig für unsere Orientierung, für das Vorankommen. „Das Leben ist ja wie ein grammatikalisch gut aufgebauter Satz, mit erstem und letztem Wort.“

Die vorgelegte Projektskizze, ein geplantes Buch mit dem Titel „Hauthaus“, erweist sich literarisch als äußerst komplexes Vorhaben. Der so wichtige Körperteil „Haut“ wird als Grenze aufgefasst, wenn es heißt: „Die Haut ist eine Projektions-Leinwand, der Körper ist ein Behältnis für Fragmente aus Geschichten, die mögliche Grenzen zwischen Erlebtem und Erdachten überschreiten. Ein makroskopischer und ein mikroskopischer Fluss, der wie ein Filmstreifen durch einen Projektor fließt.“ Das Ziel des Buches: „Am Ende steht ein Sprachkörper da, der zwei Welten zu verbinden sucht – das Subjektive der Erfahrungen und das Objektive der Gegebenheiten.“ Die Textprobe zum Literaturprojekt „Hauthaus“ hat die Jury überzeugt, dass hier hervorragende Literatur vorliegt.

Die Anwesenheit von Frau Dana Ranga als Stadtschreiberin in Graz kann schon jetzt als große Bereicherung für die Literaturszene und vielleicht auch für die (Dokumentar-)Filmszene der Stadt gesehen werden.


Stadtschreiberin 2011/2012:

Barbara Marković

Begründet wurde die einstimmige Entscheidung von der Jury wie folgt:
Die Autorin, Übersetzerin und Journalistin Barbara Marković brachte mit "Ausgehen" (in Serbien 2006 und auf Deutsch 2009 erschienen), einer Nachdichtung von Thomas Bernhards "Gehen", den mittlerweile fast 40 Jahre alten Text erneut und neu zum Leuchten und Strahlen: Marković hat Bernhard treffsicher und musikalisch über- und neu geschrieben, sie hat ihm neuen Sinn verliehen und seine Ausweglosigkeit und Verzweiflung hereingeholt in unsere Gegenwart und damit jene Existenzbewegung, die Bernhard vollständig in Sprachbewegung transportierte (G. Blöcker), weitergetrieben.

Den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und die außergewöhnliche Form der Intertextualität – verschiedene Wahrnehmungen und Blicke auf Zeit und Ort – zeichnen auch Markovićs Projekt für Graz aus: Die Autorin wird zum „Stadtavatar“ für Menschen, die ihre (Heimat-)Städte bereits vor längerer Zeit verlassen haben und anhand deren Erinnerungen sie sich auf die Spuren in der Gegenwart macht. Ein literarisches Spiel, aber auch eine Zusammenarbeit auf der technischen Basis eines der ersten Computer-Rollenspiele namens MUD (für Multi User Dungeon).

Nicht nur die geplanten Ergebnisse (ein Buch mit unkonventionellen, persönlichen Stadtplänen sowie eine Umsetzung im Internet) halten die JurorInnen für äußerst förderwürdig, sie betrachten auch die Anwesenheit Barbara Markovićs in Graz als große Bereicherung für dessen rege Literaturszene.

Bisherige StadtschreiberInnen:

2010/2011; Jörg ALBRECHT
2009/2010: Fiston Mwanza
2008/2009: Péter Zilahy
2007/2008: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Nazar Hontschar
2006/2007: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Saša Stanišić
2005/2006: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Maruša Krese
2004/2005: Kenka Lekovich
1996/2003: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Dževad Karahasan
1996: (1/2 Jahr) Boris L. Rahmanin
1994/1995: Gundi Feyrer
1993/1994: Franz Josef Czernin
1992/1993: Gert Jonke
1991/1992: Anselm Glück
1990/1991: Angela Krauß
1989/1990: Norbert Gstrein
1988/1989: Dr. Libuše Moníková


Betreuung


Die Betreuung erfolgt seit 1997 durch das Internationale Haus der Autoren (und Autorinnen) Graz (I.H.A.G.)
www.ihag.org

Richtlinien


"Richtlinien für das Literaturstipendium eines/r Grazer StadtschreiberIn"




KONTAKT:
Elvira Maurer
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel.: +43/316/872-4907
Fax: +43/316/872-4909
e-mail: elvira.maurer@stadt.graz.at

ABTEILUNGSVORSTAND
Dr. Peter Grabensberger
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel.: +43/316/872-4900
Fax: +43/316/872-4909
e-mail: peter.grabensberger@stadt.graz.at


raum.kultur.graz.at
Homepage: Kultur.Raum.Graz

Die Kulturstätten- servicestelle eine Plattform zur Vermittlung geeigneter Räumlichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende in Graz.





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