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Literaturstipendien

In der ersten Kulturbeiratssitzung am 4. März 2004 wurde über die Vergabe von Stipendien der Stadt Graz diskutiert und im besonderen ein Literaturstipendium angeregt.

Noch im selben Jahr wurde diese Anregung aufgenommen und umgesetzt: Die Stadt Graz vergibt jährlich je nach Budgetlage bis zu zwei Literaturstipendien.
Der Grazer Gemeinderat schuf auch für 2015 die Voraussetzungen für die Vergabe von Literaturstipendien der Stadt Graz. 2015 werden zwei Literaturstipendien in Höhe von je € 5.000,-- ausgeschrieben.

Ziel ist die Förderung von Grazer literarischen Talenten bzw. jener LiteratInnen, die dadurch die Möglichkeit erhalten sollen, sich intensiv der Fertigstellung eines literarischen Werkes zu widmen. Die StipendiatInnen erklären sich bereit, innerhalb eines Jahres ihre literarische Arbeit im Rahmen einer Lesung der Öffentlichkeit zu präsentieren und dieses Stipendium in ihren Biografien stets anzuführen.

Jury

  • Dr. Markus Jaroschka
  • Drin Alexandra Millner
  • Mag. Paul Pechmann
  • Dr. Rüdiger Wischenbart
  • Maga Drin Andrea Wolfmayr

Aktuelle Stipendiaten:


Die StipendiatInnen 2015 sind Cordula Simon und Mag. Alexander Micheuz.

Jurybegründungen:
Die 1986 in Graz geborene Cordula Simon schloss ihr Studium der deutschen und russischen Philologie in Graz und Odessa mit einer Arbeit über Lou Andreas Salomé ab. Sie war Koordinatorin und Workshopleiterin der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz und lebt seit 2011 in Odessa und aufgrund der politischen Situation wieder in Graz. Nach Publikationen in Zeitschriften und mehreren Literaturpreisen erschien im August 2012 ihr erster Roman Der potemkinsche Hund und 2013 ihr zweiter Roman Ostrov Mogila. 2014 war Simon für den Ingeborg Bachmann Preis nominiert. Cordula Simons Prosa kommt lakonisch daher, fast fatalistisch, wirkt wie „hingeknallt“ in ihrer Lässigkeit und forcierten Provokation. Sie wirkt herausfordernd, kalt, „wild“ – unwillkürlich assoziiert man „russische Seele…“ und schaudert doch selbst gleich zurück vor diesem Klischee. Zu „modern“ und jung ist diese Sprache, zu (gewollt) verstörend, irritierend sind deren Inhalte. Auch wenn in Simons Texten Grenzen des fürs westliche Denken noch Fassbaren oft überschritten werden, findet sich kein Funke Resignation. Diese Prosa ist vielmehr trotzig, beinah schnoddrig in ihrer abweisenden Haltung: Bleibt weg von mir, haltet Abstand! Rebellentum, Einzelkämpfertum – das scheint als Kern ihren Texten gemeinsam zu sein. Manchmal wirkt es, als würden die (oft weiblichen) Hauptgestalten ihr Schicksal annehmen, hinnehmen, akzeptieren – großer Irrtum! Spiel, Täuschung, Trick, Lüge. Es geht um das nackte Überleben! Cordula Simon sucht als Erzählerin, Frau, Mensch, wie viele ihrer ZeitgenossInnen, nach anderen, unerforschten, nie begangenen Wegen durch den Dschungel der heutigen Welt. Not und Elend, politische Unterdrückung, Raffgier, menschliche Dummheit, Enge, Mangel und Armut lassen sie auf raffinierte und kunstvoll-kreative Weise sprachlich-neue Pfade durchs Unterholz schlagen. Das Romanprojekt „Spieler“ wird nach Ansicht der Jury einstimmig als förderungswürdig erachtet.

Alexander Micheuz wurde 1983 in Bad Eisenkappel/Železna Kapla geboren. Er studierte in Graz Germanistik, seine Diplomarbeit schrieb er über Werner Schwab. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er teilbeschäftigt als Handelsangestellter. Veröffentlichungen seit 2006, u. a. in Literaturzeitschriften wie in LICHTUNGEN (106/2006), manuskripte, perspektiven, sowie in Anthologien. Weiters machte er als Dramatiker auf sich aufmerksam mit Theatertexten wie Macht und Von der Liebe zu den Dingen und Menschen.

Alexander Micheuz gehört zu den stillen Autoren/Autorinnen des Landes, sein Schreiben und seine Veröffentlichungen erfolgen in größeren Zeitabständen. Es ist ihm vermutlich eine tiefe Skepsis gegen einen oberflächlichen Sprachgebrauch eigen, die genaue Beobachtung von „Wirklichkeit“ beansprucht viel Zeit, um eine treffende sprachliche Umsetzung zu erreichen. Daher sind die Texte, viele Miniaturen, mit einer unglaublichen Präzision verfasst. Traditionelle Textformen wie eine phantastische Erzählung, Aphorismen, Parabeln werden ohne Scheu verwendet, diese werden jedoch sehr bald neu formiert, abgewandelt, quasi „auf den Kopf“ gestellt, wodurch das Absurde, das Groteske meist spielerisch, ja, auch kalauernd zu Tage tritt. Auffallend ist, dass der Autor nicht in die Falle einer Psychologisierung tappt. Seine Sprachsatiren sind präzise „Sprachspiele“, worin brutale, unangenehme Wahrheiten für die Leserin / für den Leser offenbar werden.

Ein sein Werk tragender Aspekt ist die Auseinandersetzung mit Macht, Gewalt und Sprache in der modernen Gesellschaft. Der Autor geht offensichtlich von der Annahme aus, dass Macht mit ihren Gruppenhierarchien, mit dem bekannten Problem des Verhältnisses von Täter und Opfer, von einer stillschweigend sprachlichen Übereinkunft ausgeht. Philosophisch gesehen bedient er sich in seinen „Sprachspielen“ der Komik als Erkenntnismittel. Die schon erwähnten Stilmittel der Offenlegung von Machtstrukturen sind in einer schmunzelnden Dialektik die kalauernde Blödelei und die Satire, sie ermöglichen das Erkennen der immer gleichen Zynismen von „Machtspielen“.

In dem eingereichten Literaturprojekt „Outsiders“ bedient sich der Autor wieder der Farce, Groteske und Satire, um mittels Verfremdungseffekten zu neuen innovativen Möglichkeiten im epischen Theater zu gelangen. Die Handlung des Stücks: Vier Personen wohnen in einer WG, jeder dieser Bewohner hat eine spezielle Biographie, die auch viel Scheitern beinhaltet. Eines Tages taucht die Idee auf, dass die Wohngemeinschaft einen Film für youtube drehen soll, der eine Bergbesteigung in der Wohnung möglichst „authentisch“ simulieren soll. In diesem Geschehen kommt jener Bewohner, der die Idee zum Film hatte, ums Leben. Es bleibt in der Folge, wie der Autor die Handlung beschreibt, völlig ungeklärt, wer für diesen Tod verantwortlich ist. Die Beziehungen der Akteure werden auf der Suche nach der Todesursache schonungslos offengelegt; zuletzt wird das Publikum einbezogen zu entscheiden, was passiert ist. Es ist ein rasantes Spiel mit Fiktion und mit (Theater-)Wirklichkeit, eine tragikomische Situation, in der sich das Publikum der absurden Lage bewusst werden soll.

Der Autor schreibt getreu seinem Aufspüren der Zynismen von Macht dazu: „Gepaart mit Fragestellungen nach gesellschaftlicher Ausgrenzung und Außenseitertum ist ‚Outsiders‘ der Versuch, eine aktuelle gesellschaftliche Befindlichkeit zu erspüren: Nämlich die höchst ambivalente Sehnsucht nach Öffentlichkeit und Authentizität.

StipendiatInnen 2014:


Die Stipendiaten 2014 sind Herr Helwig Brunner und Herr Christoph Szalay.

Jurybegründungen:
Helwig Brunner, Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Lichtungen und Herausgeber der Buchreihe keiper lyrik, tritt seit Jahren mit Publikationen im In- und Ausland (New York, Ungarn, Kosovo) an die Öffentlichkeit. Der Grazer Autor war bis Ende 2013 vollberuflich in einem ökologischen Planungsbüro tätig und reduziert nun diese Arbeit, um sich stärker seinen unzähligen und vielfältigen literarischen Projekten widmen zu können. Die vorliegenden Beispiele aus der Gedichtsammlung Denkmal für Schnee und dem Prosaprojekt Journal der Bilder und Einbildungen geben eindrucksvoll Zeugnis von konsequenter und gereifter literarischer Arbeit, die weitere Steigerungen sowohl inhaltlich wie auch stilistisch erwarten lässt.

Hohe Sensibilität und eine lakonische, klare, sinnlich unmittelbar ansprechende, dennoch philosophisch tiefgründige und mehrdeutige Bildersprache kennzeichnen Helwig Brunners Texte; ungekünstelt, lebendig, klar und eindringlich, ohne jemals aufdringlich oder manieriert zu werden, wirken Lyrik und Prosa. Helwig Brunner ist unbestritten eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Österreichs, ein bescheidener und zurückhaltender Autor, der heuer zum ersten Mal um ein Stipendium der Stadt Graz ansucht und es – der Schriftsteller hat für seine Familie zu sorgen – in einer Übergangssituation ganz sicher, abgesehen von der hohen Qualität und suggestiven Intensität seiner Werke, verdient. Diese Meinung äußerte die Jury im Rahmen ihrer Beratungen in vollkommener Übereinstimmung.

Der 1987 in Graz geborene Christoph Szalay machte bereits als Anfang 20-Jähriger eine literarisch interessierte Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. Nach ersten Publikationen in den Literaturzeitschriften perspektive und Lichtungen kam 2009 sein erster Lyrikband stadt/land/fluss im Leykam Verlag heraus, ein weiterer folgte 2012 im selben Verlag (flimmern).

Thematisch ist Christoph Szalays literarische Arbeit von allgemeinen existenziellen Fragestellungen geleitet: Aufgerufen werden in seinen Texten immer wieder Sehnsüchte nach Glücksempfindungen oder Erinnerungen an solche, aber auch Erfahrungen von Verlust, Vergänglichkeit und Schmerz. Im Exposé zu seinem der Jury vorgelegten Schreibprojekt, einem Gedichtzyklus, der den Titel Rosa Flamingos trägt, nennt Szalay vier grundlegende Themen der Existenz, die darin verhandelt werden: „Heimat, Reise, Erinnerung und Liebe.“ An konkrete, sinnlich fassbare Erlebenswelten gebunden werden derlei Erfahrungen nicht zuletzt durch die Nennung von Orten, deren Symbolkraft der Autor überraschende Facetten abzugewinnen versteht. Sein letztes Buch, Asbury Park, NJ (Luftschacht Verlag Wien 2013), verweist nun auch im Titel auf das topographische Zentrum von dessen Wahrnehmungs- und Spracherkundungen: Es ist jener Bade- und Vergnügungsort am Rande New Yorks, der als Schauplatz oder Drehort mehrerer international erfolgreicher Filme diente. Dessen kontinuierlicher Aufstieg und Niedergang wird vom Autor minutiös und unsentimental registriert. In das Buch eingestreut sind kleinformatige Fotos des winterlichen Küstenorts, die gerade die Fläche einiger weniger Verszeilen einnehmen; in der Gegenüberstellung von Text und Bild lässt der Autor Darstellungsmodi des Dokumentarischen selbst thematisch werden.

Christoph Szalay hat eine Vorliebe für „elementare“ Wörter und Bilder; zum einen sind es Vokabel aus gleichsam vormodernen Vorstellungsbereichen, welche die Gedichte aus der Zeit zu entrücken scheinen, zum anderen sind es zigfach verwendete „Garantiewörter“ des lyrischen Genres, die den Gestus der Gedichte an jenen von scheinbar voraussetzungslosen popkulturellen Produkten annähern, auf die diese auch wiederholt Bezug nehmen (zum Beispiel Songtexte von Bruce Springsteen in Asbury Park, NJ). Dass sich aus solchem, für form-ambitionierte Sprachkunst scheinbar obsolet gewordenen Material Dichtungen von hochgradiger Selbstreflexivität speisen lassen, ist Szalays konzentrierter Handhabung der gewählten Mittel zu verdanken. Immer wieder sind es kleine, fast unmerkliche Eingriffe in den geläufigen Sprachfluss, mit denen lyrische Klischees aufgebrochen werden. So vermag in Asbury Park, NJ allein schon das Versetzen von Interpunktionszeichen (konkret: die konsequente Vorverlegung des Punktes vor das Bindewort „und“) poetische Routinen zu unterminieren und die Aufmerksamkeit des Lesers auf semantische Bruchstellen zu lenken.

Ein Hauptinteresse Christoph Szalays gilt jenen Zonen atmosphärischer Ambivalenz, in denen sich objektivierbare Weltkonstruktion und subjektive Erfahrung einander überlagern. Analog zu solcher perspektivischer Undezidiertheit organisiert der Dichter seine Texte bevorzugt nach Prinzipien des Zyklischen und Kaleidoskopischen. Die sprachliche „Choreographierung“ von Wahrnehmungs- und Erinnerungsräumen erscheint als unabgeschlossener Prozess. In seinem aktuellen work in progress Rosa Flamingos etwa lässt Szalay poetische Ich- und Weltbefunde um Leitbegriffe wie „Schatten“, „Rauschen“, „Flimmern“ oder „Flüstern“ kreisen und formt solcher Art poetische Gebilde von raffiniert kalkulierter Offenheit. Szalays Gedichte treten mit ihrem auf luzide Weise hergestellten mehrdeutigen Eigen-Sinn jener verbreiteten Manier bedeutungsvernebelnder Beliebigkeit entgegen, die nach wie vor die Masse der Lyrikproduktion beherrscht. Nicht zuletzt ist es der methodenbewusste Umgang mit sprachlichem Material, der die Mitglieder der Jury an den Arbeiten Christoph Szalays, der mittlerweile zu den avanciertesten Lyrikern seiner Generation zählt, beeindruckte.


StipendiatInnen 2013:


Die StipentiatInnen 2013 sind Frau Sophie Reyer und Herr Helmut Schranz.

Jurybegründungen:
Sophie Reyer, geboren 1984 in Graz, studierte Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz, abgeschlossen 2007, und Komposition an der Musikuniversität Graz, Studium abgeschlossen 2010 mit dem Master of Arts in Komposition/Musiktheater. Gleichfalls 2010 Diplom in „Szenisch Schreiben“ bei uniT in Graz.

Die künstlerisch vielseitige Autorin schrieb mit 17 Jahren die ersten Gedichte – orientiert an großen Vorbildern; in der Zwischenzeit hat sie ihre eigene, unverkennbare „literarische Handschrift“ entwickelt, die bereits in zahlreichen Publikationen ihren Niederschlag gefunden haben. Die Autorin ist auch tätig als Komponistin, u. a. elektronische Musikstücke, sowie als Soundpoetin und Performerin. In diesen künstlerischen Arbeiten ist eine enge Verknüpfung von Literatur und Musik gegeben. Darüber hinaus sucht sie auch nach Möglichkeiten, ihre Texte mit zeichnerischen Elementen zu verbinden – eine 3. künstlerische Ausdrucksform neben Literatur und Musik. Damit sind die wesentlichen Aspekte der Arbeiten von Sophie Reyer offengelegt.

Aufgrund der engen Verknüpfung von Literatur und Musik spielt das Klangliche in ihren literarischen Arbeiten eine große Rolle. Wichtig ist dabei das Verhältnis zwischen der klanglichen/lautlichen Qualität von Sprache mit Inhalten wie der Körperlichkeit, der Rolle der Frau usw. Die Stilmittel sind Reduktion der Sprache und Verdichtung der sprachlichen Bilder. Die Tiefenschärfe des Textes manifestiert sich im konsequenten Anliegen der Autorin, mittels der Symbolik des Schauens/Beobachtens sprachlich die ‚Welt’ zu erfassen – in einer sehr differenzierten Denk- und Sprechweise. Weitere Stilmittel sind Zeitdehnung – Zeitverknappung, auch Stillstand, darin werden zudem poetische Erfahrungen des Alltags wie Schmerz, Armut, Schlaf, aber auch poetische Landschaften des Erinnerns an Kindheit, das Erleben eines Sommers, einer Reise in die ‚Welt’ geholt.

Der aus der Südoststeiermark stammende Helmut Schranz ist seit nunmehr zweieinhalb Jahrzehnten im literarischen Feld aktiv. Schranz repräsentiert als Autor und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "perspektive" die immer rarer werdende Species des Nonkonformisten und dies sowohl in bezug auf seine Schreibweisen als auch hinsichtlich seiner kritischen Haltung gegenüber dem heutigen, zunehmend philiströser werdenden Literaturbetrieb.

Das Werkverzeichnis des 50 Jahre alten Autors umfasst zwei selbstständige Einzeltitel (Birnall. es ist unter der haut, 2009; SCHÖNER FEHLEN. stille exzesse, 1998), zudem eine stattliche Anzahl an Gemeinschaftsarbeiten, Zeitschriften- und Anthologiebeiträgen und eine Reihe vom Autor selbst als "Literatur-Interventionen" bezeichneter Arbeiten in Form von Text-Installationen im öffentlichen Raum sowie betriebskritische (Stör-)Aktionen.

Solcher Interventionismus öffnet den Blick auf einige für Schranz zentrale Filiationen: zu historischen Avantgarden, zur österreichischen Nachkriegsavantgarde (Wiener Gruppe, insbesondere Konrad Bayer), aber auch zu operativen Konzepten der Situationistischen Internationale.

Helmut Schranz legt seinen literarischen Formentscheidungen Prämissen einer selbstreflexiven, sich als "politisch relevant" verstehenden Ästhetik zugrunde. Die zwischen den Gattungen Prosa und Lyrik anzusiedelnden Sprachgebilde (fast immer sind es mehr oder weniger feingliedrige Montagen oder pralle Collagen) kreieren lapidare Welten, deren Personal und Konstellationen mitunter an die reale Lebenswelt des Autors gemahnen. Das von Schranz so bezeichnete "Birnall" ist zum Bersten gefüllt mit schiefen Bildern, flachen Witzen, abgebrochenen Erzählungen sowie sinnleeren Sentenzen und setzt solcherart den poetischen Nachvollzug der vom Autor gewonnenen Befunde über seine Innen- und Außenwelt als Teil eines umfassenden Verschleißzusammenhangs in Gang. Die diskrepanten Sprachspiele erhalten Evidenz als Protokolle eines Bewusstseins, das sich zwischen depravierten Glücksverheißungen und limitierten Entfaltungsmöglichkeiten seiner selbst zu vergewissern versucht. Helmut Schranz registriert solches in höchster mimetischer Präzision, weil er seine Schreibverfahren an den somatischen, sozialen u.a. Voraussetzungen von Wahrnehmungs- und Sprachverarbeitungsprozessen und deren strukturellen Brüchigkeit kalibriert.

Die Arbeiten von Helmut Schranz, so auch die der Jury vorgelegten, bislang noch unpublizierten Textproben (im porno von sinnen; rosen züchtungs und züchtigungs fragen), legen ein beredtes Zeugnis davon ab, dass formal anspruchsvolle Sprachkunst nach wie vor auf geisterfrischende Weise brennende existentielle und politische Fragestellungen aufzugreifen imstande ist.

Bisherige StipendiatInnen:


2012: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Olga Flor, Christian Winkler
2011: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Maga Angelika Reitzer, Dr. Max Höfler
2010: Natascha Gangl, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Lilly Jäckl
2009: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Gabriel Loidolt, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Mike Markart, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Martin G. Wanko
2008: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Georg Petz, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Günter Eichberger
2007: Gabriele Kögel, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Andrea Stift,
2006: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Wilhelm Hengstler, Bernhard Tockner
2005: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Sonja Harter, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Maga Angelika Reitzer
2004: Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Maga Olga Flor, Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Gerhild Steinbuch

Vergabekriterien


"Vergabekriterien für das Literaturstipendium"


KONTAKT:
Brigitte Soltys
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel: +43/316/872/4924
Fax: +43/316/872/4909
e-mail: brigitte.soltys@stadt.graz.at

ABTEILUNGSVORSTAND
Dr. Peter Grabensberger
Kulturamt der Stadt Graz
Stigergasse 2 (Mariahilfer Platz), 2. Stock, A-8020 Graz
Tel.: +43/316/872-4900
Fax: +43/316/872-4909
e-mail: peter.grabensberger@stadt.graz.at


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