Stadt Graz
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PreisträgerInnen

des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbes seit 1990

2010 |2009 |2008 |2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999 | 1998 | 1996 | 1994 | 1992 | 1990 |

2010 - Ausschreibungsthema: ARM UND REICH


Carl Mayer und Friedrich Murnau

JURY
  • Reinhard Jud, Autor, Regisseur /Wien, Juryvorsitzender
  • Wolfgang Lehner, Kameramann /New York
  • Albert Meisl, Autor /Wien, Vorjahrespreisträger
  • Cornelia Seitler, Filmproduzentin /Zürich
  • Mag.a Susanne Spellitz, Redakteurin, ORF Abteilung Fernsehfilm

Eingereicht wurden 38 Treatments.

HAUPTPREIS in Höhe von Euro 14.500,-
  • für das Treatment GROSSMATTGLOCKNERHORN – Kinofilm von Wolfgang Rupert Muhr, Bad Vöslau.

    In Walther Heinreichs Welt stimmt gar nichts mehr: Der leidenschaftliche Motorradfahrer hat zwei Freunde bei der jährlichen Tour durch die Alpen verloren. Ein Lottomillionär, dem er das Leben rettet, drängt ihm die Chance auf, mit dem Verlust klarzukommen. Unwillig tritt er die Reise zum Schicksalsort an und findet dabei seinen Lebenswillen wieder. Die Jury war beeindruckt von der hohen erzählerischen Qualität, der feinfühligen Zeichnung von Figuren und Milieu sowie dem humorvollen Grundton.

FÖRDERUNGSPREIS in Höhe von Euro 7.200,-
  • geht an das Treatment KINDERSZENEN – Kinofilm von Henning Backhaus, Wien.

    Für Tommy und Laszlo ist Musik das Leben. Tommy kommt aus einfachen Verhältnissen und versucht, mit seiner Kellerband den großen Durchbruch zu schaffen, der Keyboarder Laszlo sieht sich mit dem Scheitern einer Karriere als klassischer Pianist konfrontiert. Als Tommys Mutter überraschend stirbt, blendet er den Tod aus, stürzt sich in Exzesse und lässt sich mit Laszlos Freundin ein.
    Der Autor zeichnet sich durch große Beobachtungsgabe und einen scharfen Blick auf zwischenmenschliche Prozesse aus. Knapp, real und schwungvoll werden hier Figuren geschildert, die sich Ernsthaftigkeit vorspielen und sich ihrer Unzulänglichkeit nicht bewusst werden wollen.


    Lobende Erwähnung: Berith Schistek/Karl Benedikter: Der Zauber des Mondes - Kinderfilm

Pressemitteilung 2010



Henning Backhaus


Wolfgang Rupert Muhr


Herr Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler mit Herrn Wolfgang Rupert Muhr und Herrn Henning Backhaus



2009 - Ausschreibungsthema: NEID


Eingereicht wurden 37 Treatments.

HAUPTPREIS in Höhe von Euro 14.500,-
  • für das Treatment Claudia schafft es Melodram/Thriller von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Richard Schuberth, Wien
    Die Krankenschwester Claudia ist auf der Intensivstation täglich mit Überarbeitung, Leid, Siechtum, Tod, Mobbing und überheblichen Kollegen konfrontiert. Nach der Arbeit muss sie den bettlägerigen Vater pflegen, den sie insgeheim hasst. Sie schöpft Hoffnung, als ein bekannter Opernsänger nach einem Unfall in die Station kommt und ihr seine Zuneigung zeigt. Er lässt sie jedoch bereits bei seiner Entlassung fallen. Aufgefangen wird sie von der exzentrischen und psychopathischen Stationsoberschwester Lina, die aus den Außenseiterinnen der Station eine Clique rekrutiert und diese geschickt zu manipulieren weiß. So weit, dass sie bereit sind, bei der Ermordung hilfloser, schwacher, nicht mehr rekonvaleszenzfähiger Patienten zu assistieren. Nach einem misslungenen Selbstmordversuch zählt auch der Opernsänger zu Linas Todeskandidaten und Claudia muss sich entscheiden.
    Dass jemand gegen Verhältnisse wütet, ohne sich seiner Wut zu überlassen, sondern unerhört raffiniert, geradezu ausgefuchst verfährt, macht das Buch zur Herausforderung.

FÖRDERUNGSPREIS in Höhe von Euro 7.200,-
  • für das Treatment Nur ein Spiel Kinofilm von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Albert Meisl, Wien Die asbestverseuchte Schauspielschule hat ihr Ausweichquartier in einem Einkaufszentrum aufgeschlagen. Hier sieht sich der Schauspielschüler Peter Buchinger mit dem dämonischen Rollenlehrer Tanner konfrontiert, der aus ihm einen großen Schauspieler machen und sich selbst ein Denkmal setzen will. In einer Atmosphäre von Konkurrenz, in der jeder Erfolg von den Kollegen sofort beneidet wird, versucht Peter, sich treu zu bleiben.
    Eine bodenständige Geschichte, schnörkellos, unprätentiös, und sensibel erzählt. Der Entwicklungsboden der Hauptfigur scheint im Gegensatz dazu noch unausgegoren.


Pressemitteilung 2009


Foto: diagonale Richard Schuberth

Foto: diagonale

 Foto: diagonale
Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler und Albert Meisl

Foto: diagonale (c) Klaus Pressberger

2008 - Ausschreibungsthema: SEXAPPEAL

Eingereicht wurden 36 Treatments. Ein Stoff wurde disqualifiziert wegen mangelhafter Unterlagen.

HAUPTPREIS in Höhe von Euro 14.500,-
  • für das Treatment Pony Kinofilm von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Markus Mörth, Graz
    Pony, eine junge Studentin der Rechtswissenschaften, will ökonomische Sicherheit. Sie beginnt als Kindermädchen im Haushalt eines Politikers und einer Anwältin zu arbeiten. Mit sicherem Instinkt und kalter Beharrlichkeit benützt sie die Eitelkeiten und Schwächen ihres Umfelds und wendet Herrschaftsverhältnisse zu ihren Gunsten. Bestechend an der Geschichte ist die Hauptfigur, zu wünschen ist eine adäquate szenische Ausarbeitung.

FÖRDERUNGSPREIS in Höhe von Euro 7.200,-
  • Die Jury hat einstimmig beschlossen, in diesem Jahr nur den Hauptpreis zu vergeben. Sie betrachtet es als ihre Aufgabe, ausschließlich Preise für Stoffe zu verleihen, deren Potential für einen Kinofilm offensichtlich ist. Für das nächste Jahr erhofft sie sich wieder besser durchdachte und ausgearbeitete Stoffe.


Pressemitteilung 2008

Foto: diagonale Markus Mörth

Foto: diagonale/

 Foto: diagonale
Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler überreicht den Carl-Mayer-Drehbuchpreis an Markus Mörth

Foto: diagonale/

Foto: diagonale Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler überreicht den Carl-Mayer-Drehbuchpreis an Markus Mörth

Foto: diagonale/


2007 - Ausschreibungsthema: BEWEGUNG

Eingereicht wurden 58 Treatments, davon 16 TV-Stoffe. Ein Stoff wurde disqualifiziert, da ein bereits fertiges Drehbuch eingereicht wurde, was nicht statutenkonform ist.

HAUPTPREIS in Höhe von Euro 14.500,-
  • für das Treatment Stillleben Kinofilm von Thomas Reider, Wien
    Ein schockierender Liebesbrief des Vaters zwingt das distanzierte Geschwisterpaar Bernhard und Lydia, beide Mitte zwanzig, in die Auseinandersetzung mit einer ungewissen Erinnerung und Gegenwart, in der sie dem Anderen und sich selbst eine Spur näher kommen. Die Unausweichlichkeit der Situation und die Ohnmacht der Figuren schaffen eine Spannung, die der Autor durch seine ruhige und präzise Erzählweise noch intensiviert. Die Geschichte geht unter die Haut. Was das Ende betrifft, wünschen die Jurymitglieder sich mehr Mut und Vertrauen zu den Figuren.

FÖRDERUNGSPREIS in Höhe von Euro 7.200,-
  • Fünf Leben – Dokumentation vom Autorenteam Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Christoph Hochenbichler und Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Josef Pallwein-Prettner, beide Wien.
    Ein Dokumentarfilm, der fünf schwangere Frauen über einen Zeitraum von mehreren Monaten begleitet – in Senegal, China, Rumänien, Iran und USA. Aus der Perspektive der schwangeren Frauen entsteht ein spezifisches Bild von fünf unterschiedlichen Gesellschaften. Für die weitere Entwicklung des Stoffes wünschen die Jurymitglieder, dass es den Autoren gelingt, die Risiken und Chancen des Projektes zu erkennen.
ORF-PREIS für das beste TV-TREATMENT in Höhe von Euro 4.000,-
  • an Running Sushi TV-Film von Ulla Neuwirther, Allerheiligen bei Wildon.
    "Am späten Abend in einem Sushi-Restaurant in einer österreichischen Stadt. Die Vorhänge sind zu gezogen, die Türe versperrt.
    Alle Anwesenden starren gespannt auf Mirjam. Sie, im Kimono, hält ein Messer in der Hand und steht innerhalb der Kücheninsel, um die das Sushi-Band fährt. Vor ihr sitzt Tom, der eigentliche Koch, gefesselt, geknebelt ..."

    "Die Anwesenden" – das ist eine bunte Mischung von gefangenen Gästen, die in dieser kulinarischen Großstadt-Groteske gezwungen werden, die Sushi zu essen, die Mirjam zubereitet und die in diesem Zusammenhang viel Zeit haben, sich zu überlegen, warum sie eigentlich in diese Lage gekommen sind, wie sie das verdient haben, wann sie was falsch gemacht haben.

    Dass das Geschen auch noch von einem tief weisen – und witzigen - Kugelfisch kommentiert wird, macht dieses illegitime Kind von Peter Greenaway und Monty Python zu einem erfrischend originellen, höchst eigenständigen Beitrag und zum völlig verdienten – weil von allen Juroren unabhängig voneinander auf den Ersten Platz gesetzten - Sieger im diesjährigen Carl-Mayer-Drehbuch-Wettbewerb.

Pressemitteilung 2007


Foto: Milo Tesselaar Kulturstadtrat Werner Miedl überreicht den Hauptpreis an Thomas Reider.

Foto: diagonale/roland renner

 Foto: Milo Tesselaar
Thomas Reider.

Foto: diagonale/roland renner

Foto: Milo Tesselaar Kulturstadtrat Werner Miedl überreicht den Förderungspreis an Christoph Hochenbichler und Josef Pallwein-Prettner.

Foto: diagonale/roland renner

 Foto: Milo Tesselaar
Die Förderungspreisträger Christoph Hochenbichler und Josef Pallwein-Prettner.

Foto: diagonale/roland renner


2006 - Ausschreibungsthema: VERFÜHRUNG

Eingereicht wurden 100 Treatments, davon 68 Kinostoffe, 2 Kino-Doku-Stoffe und 30 TV-Stoffe. Aufgrund von Nichteinhaltung der Statuten wurden 4 Stoffe disqualifiziert.

HAUPTPREIS in Höhe von Euro 14.500,-
  • IMMER NIE AM MEER (Nr.39.) – Romantic Drama von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Thomas Weingartner aus Wien (geb. 1976 in Lienz).
    Ein junger Mann verliebt sich – in einen anderen jungen Mann. Ein im österreichischen Film bisher kaum behandeltes Thema. Eine schöne Liebesgeschichte, ohne Pathos, die sich zwischen geduldeter ländlicher und institutionalisierter städtischer Subkultur bewegt.
FÖRDERUNGSPREIS in Höhe von Euro 7.200,-
  • ILDIKO (Nr.98) – Drama/Roadmovie von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Lilly Jäckl derzeit Berlin (geb. 1978 in Vasoldsberg/Stmk).
    Ildiko - Eine junge Frau, schwanger, allein. Mit dem Auto unterwegs von Berlin über Graz nach Ungarn, wo sie das Grab ihrer Eltern besucht. Die Konfrontation mit Erinnerungen führt sie zu einer Entscheidung.
    Intensive Bilder und eine energievolle Geschichte, an deren Verdichtung noch gearbeitet werden kann.
LOBENDE ERWÄHNUNG
  • COMMANDANTE CASANOVA (Nr.21) – Drama von Wolfgang Weidinger aus Wien (geb. 1960 in Güssing)
    Das Mobbing ihrer Kollegen bringt die junge Altenpflegerin Eva in einen Zustand der Apathie und Todes-Sehnsucht, aus welchem sie von dem ehemaligen Spanienkämpfer "Commandante Casanova" dazu bewegt wird, einen Schritt zu tun und ihr Leben zu leben.
    Man würde der Hauptfigur mehr Kraft und Profil wünschen.
ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • Magda’s Dilemma (Nr. 69) – Komödie von Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Susanne Rendl aus Wien (geb. 1958 in Gmunden/OÖ)
    Gesucht wurde ein Treatment für eine Komödie, die den Zuschauer/die Zuschauerin mit Dramatik, Emotion, Humor und Raffinesse verführt.
    Die Jury hat sich für das Projekt Magda’s Dilemma entschieden. Obwohl diese Geschichte auf den ersten Blick nicht von den Problemen der heute 30-Jährigen handelt wie in der Ausschreibung erwünscht, überzeugte sie durch Charme und Einfühlungsvermögen: Es geht um Liebe und die ewige Suche nach ihr, es geht um Verführbarkeit und Versuchung des Augenblicks angesichts prekärer existenzieller Nöte und darum, dass im Film gelingen kann, wovon wir im Leben allzu oft nur träumen. Auf glaubwürdige und märchenhafte Weise ist Magdas Geschichte "bigger than life", denn die vom Leben nicht allzu verwöhnte Früh-pensionistin Magda ist fest entschlossen, ihre Chance auf Glück nicht mehr loszulassen. Gelegenheit macht nicht nur Diebe, sondern auch Liebe möglich, und so wird Magda schlussendlich auch noch ungeahnte Zuneigung zuteil. Charmant, romantisch und mit einem scharfen Blick für Details entfaltet die Autorin die Geschichte einer Verliererin, die am Ende alles gewinnt.
Pressemitteilung 2006


Foto: Milo Tesselaar Frau Gemeinderätin Anne-Marie Leb überreicht die Preise des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbes.

Foto: Milo Tesselaar

 Foto: Milo Tesselaar
Die PreisträgerInnen.

Foto:Milo Tesselaar


2005 - Ausschreibungsthema: ANGST

Eingereicht wurden 95 Treatments, darunter 79 Kinostoffe und 16 TV-Stoffe. Aufgrund von Nichteinhaltung der Statuten wurden 3 Stoffe disqulifiziert

HAUPTPREIS
  • Andrina Mračnikar - Ma Folie
    Eine Mischung aus Liebesgeschichte und Thriller.
    "Ma Folie" ist eine präzis beobachtete Spirale von Sehnsucht, Projektion, Ablehnung, Ohnmacht und Bedrohung. Die auf zweimaligen Treffen und romantischen Videobotschaften basierende Long-Distance-Bekanntschaft zwischen Hannah und dem französischen Filmstudenten Yann erlebt beim Wiedersehen eine jähe Ernüchterung. Hannah hat Yann selbst nie geliebt, genau das will Yann nicht wahrhaben. Er steigert sich in einen Angst einflössenden Wahn, der für beide existentiell bedrohlich wird.
    Für die Arbeit am Drehbuch wird es für die Autorin eine große Herausforderung sein, die etablierte Dichte bis zum Schluss beizubehalten.


  • Martin Leidenfrost u. Ruth Mader - Serviam – Ich will dienen
    Ein Thriller
    "Serviam – Ich will dienen" erzählt von einem katholischen Internat für Töchter reicher Eltern. In dieser abgeschotteten Welt kämpft eine Ordensschwester autoritär um den Glauben jedes einzelnen Kindes. Drei Mädchen geraten in den sadomasochistisch geprägten Sog der Schwester, nur einer gelingt der Ausbruch. Die Entrücktheit des Internats erzeugt Thrill und subtilen Horror.
    Eine stärkere Verankerung des Stoffs in der Gegenwart wäre der Glaubwürdigkeit der Geschichte zuträglich.

FÖRDERUNGSPREIS
  • Christian Frosch - Vanitas
    Eine Mischung aus Melodram, Farce und Tragödie.
    "Vanitas" erzählt neun Geschichten, zur selben Zeit, am selben Ort – die fortlaufende Wiederkehr desselben Moments, der sich in der Wiederholung immer neu darstellt. Mit wenigen Strichen gelingt es dem Autor, einen Kosmos von Figuren und Lebensentwürfen, ein glaubwürdiges Geflecht von Beziehungen und Abhängigkeiten im kleinstädtischen Milieu zu zeichnen.
    Die straffe Konstruktion erscheint zwar virtuos durchkomponiert, jedoch zerschneidet zuletzt eine Katastrophe alle Geschichten und Stränge und mag deshalb für manche unbefriedigend wirken. Eine Symphonie mit letalem Paukenschlag.

Lobende Erwähnung:
  • Bernhard Seiter - Der erste Tote meines Lebens
    Ein komödiantisches Liebesmelodram.
    Ein erfrischendes Talent, das die Jury durch Leichtigkeit, Charme und Originalität überzeugte.

ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • wurde aufgrund mangelnder Qualität der TV-Stoffe nicht vergeben.

Pressemitteilung 2005



2004 - Ausschreibungsthema: GIER

Eingereicht wurden 49 Treatments, darunter 29 Kinostoffe, 20 TV-Stoffe.

HAUPTPREIS
  • Richard Schuberth - Handy-Geschichten
    Drei Episoden, die scheinbar lose durch den Besitzerwechsel eines Mobiltelefons verbunden sind. Richard Schuberth erzählt düster-melancholische Liebesgeschichten mit stark erotischer, mitunter auch satirischer Ausprägung. Im Zentrum stehen die letzten Tage des Drogenhändlers Martin Hastings, die politisch korrekte Mission der Ethnologin Beate Huber und die Obsession ihres Bruder, des Drogenpolizisten Ferry.
    Im Sog einer enormen erzählerischen Druckwelle werden wir mit Menschen konfrontiert, die in ihrer Gier nach Anerkennung und Macht andere Menschen zerstören oder selbst zerstört werden.

FÖRDERUNGSPREIS
  • Simone Schönett und Harald Schwinger - Innere Liebe
    Die Universitätsassistentin Doris lässt sich vom Supermarktangestellten Gerfried bis zur Immobilität mästen. Hier wird eine Antithese zu Wellnesswahn und psychologischen Abhandlungen in Frauenzeitschriften entworfen, eine Erfüllung von Wünschen und Sehnsüchten in Liebe, Akzeptanz und ausgelebter Abhängigkeit.
    Damit die Geschichte ihre Kraft bis zum Ende behalten kann, sollten Simone Schönett und Harald Schwinger sich noch für eine in bezug auf die Weiterentwicklung der Figuren stimmige Auflösung entscheiden.

ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • Bernd Schneider - Abidjan
    Der Autor legt eine stimmungsvolle Geschichte vor, deren Kraft uns durch halb Europa zu tragen vermag. Ein krimminalistisches Roadmovie - eingebettet in eine Rahmenhandlung mit offenem Ausgang - könnte man Abidjan nennen: die Hauptfiguren - zwei ungleiche Stiefbrüder und eine Frau, durch einen Todesfall zusammengebracht - jagen zunächst einer möglicherweise wertvollen und Wunder wirkenden Antiquität hinterher. Immer mehr wird diese Reise aber für alle drei zum Versuch, einen Neustart, eine zweite Chance in ihrem verpfuschten Leben zu finden.
    Stimmige Charaktere und ein Talent für die Wiedergabe besonderer Stimmungen zeichnen Abidjan aus. Neben dem eigentlichen Handlungsverlauf wird an dieser Geschichte der Mut spürbar, sich auf die großen Fragen des Lebens (und des Films!) einzulassen: die Sehnsucht danach, jemand anderer sein zu können, die Sehnsucht nach Glück. Ein Lichtblick! Das verdient aus Sicht der Jury diesen Preis.

Pressemitteilung 2004


Kulturstadtrat Mag. Dr. Christian Buchmann überreicht den Hauptpreis an Richard Schuberth. Foto: Fischer Kulturstadtrat Mag. Dr. Christian Buchmann überreicht den Hauptpreis an Richard Schuberth.
Foto: Fischer

Kulturstadtrat Mag. Dr. Christian Buchmann überreicht
den Förderpreis an Simone Schönett und Harald Schwinger. Foto: Fischer
Kulturstadtrat Mag. Dr. Christian Buchmann überreicht den Hauptpreis an Simone Schönett und Harald Schwinger.
Foto: Fischer




2003 - Ausschreibungsthema: FEIGHEIT

Eingereicht wurden 70 Treatments, davon 50 Kinostoffe, 18 TV-Stoffe und 2 Dokumentarfilmstoffe. Aufgrund von Nichtbeachtung der Statuten wurden 7 Stoffe disqulifiziert.

HAUPTPREIS
  • wurde nicht vergeben
FÖRDERUNGSPREIS
  • Barbara Grascher - Gehen rückwärts stumm
    Die Germanistikstudentin Milena verwechselt Zuneigung mit Abhängigkeit und umgibt sich mit Menschen, die ihr emotional verfallen sind. Verzweiflung, Grausamkeit und abgründiger Humor konstituieren das Milieu.
    Auch wenn das Treatment eine ausgewogene, klare Strukturierung vermissen lässt, besticht es durch scharf gezeichnete Charaktere und schmerzhaft präzise Beobachtungen, die in dramatischen Szenen zum Ausdruck kommen.
  • Richard Schuberth - Nicht einmal am Mond
    Der versuchte soziale Aufstieg der Kurdin Xeycan Bildik endet in einer persönlichen Tragödie.
    Schillernde Charaktere, Milieusicherheit und opulenter Szenenaufbau sorgen für explosive Atmosphäre in einer Multikulti-Unterweltgeschichte, die keine Moral kennt. Nach einem fesselnden ersten Akt verliert die Geschichte zwar die strukturelle Disziplin, bewahrt aber trotzdem ihr beträchtliches Potential.
Auf folgende Projekte will die Jury noch aufmerksam machen:
  • Arash T. Riahi - Für einen Augenblick Freiheit
    Stimmig und lebhaft erzählte Flüchtlingsschicksale auf der türkischen Zwischenstation vor der erhofften Reise in den Westen.
  • Michael Lenzinger - Sturzflug
    Groteskes Spektakel im Gemeindebau löst sich in einer feinfühlig erzählten Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern auf.
ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • Ulla Neuwirther - Lisa, Lena und Laura
    Lisa, Lena und Laura erzählt die Geschichte eines elfjährigen Mädchens mit Down Syndrom, das mit Einfallsreichtum, Beharrlichkeit und viel Herz den letzten Wunsch seiner früh verstorbenen Schwester erfüllt.
    Es ist eine bewegende, von großen Emotionen geprägte, aus der ungewöhnlichen Perspektive eines sogenannten "behinderten" Menschen erzählte Story, die trotz ihrer "schwierigen" Thematik mit sympathischer Leichtigkeit überrascht. "Lisa, Lena und Laura" nimmt seine fiktiven Figuren in tragischen wie komischen Handlungselementen menschlich ernst, verliert dabei die dramaturgischen Erfordernisse eines Fernsehspiels nie aus den Augen und besteht daher aus genau jenem Grundmaterial, aus dem das anspruchsvolle Unterhaltungsprogramm einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt entstehen soll und kann.
Auf folgende Projekte will die Jury noch aufmerksam machen:
  • Hannes Wirlinger - Sacrilegus
    Dieser Krimi-Plot öffnet eine weibliche Perspektive auf den Themenkreis Kirche und Sexualität: es geht um Frauen, die sich in einen Priester verliebt haben, ein Kind bekommen haben und dann alleine zurecht kommen müssen, weil ihre Liebe öffentlich nie eine sein durfte. Aus Feigheit und Verrat wird schließlich Mord. Handwerk und Genresicherheit, gepaart mit viel Lokalkolorit!
  • Reinhard Ebner - Kein Hundeleben
    Zwei einsame Menschen im reiferen Alter lernen einander über ihre Hunde im Park kennen. Während die Vierbeiner keine Zurückhaltung an den Tag legen, beginnen Er und Sie erst langsam ihre Zuneigung zueinander zu entdecken. "Kein Hundeleben" ist eine liebenswerte Geschichte, handwerklich solide gearbeitet, die ihre beiden Hauptfiguren zielsicher durch die Story zum Happy End führt.

Pressemitteilung 2003


Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Barbara Grascher Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Barbara Grascher.

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Richard Schuberth
Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Richard Schuberth.

Dr. Klaus Lintschinger (ORF) überreicht den ORF-Preis an Ulla Neuwirther
Dr. Klaus Lintschinger (ORF) überreicht den ORF-Preis an Ulla Neuwirther




2002 - Ausschreibungsthema: WIR DENKEN.WIR SIND.WIR HANDELN.


Eingereicht wurden 58 Treatments, darunter 13 TV-Stoffe und 4 Dokumentarfilmstoffe.

HAUPTPREIS
  • wurde nicht vergeben
FÖRDERUNGSPREIS
  • Ursula Wolschlager - Transit
    Ellen, 30, wirft auf einer internationalen Konferenz in Tiflis, Georgien, ihren hochdotierten Job als Dolmetscherin hin und flüchtet vor einem leeren Leben, das aus Modernität, Langeweile, Wiederholung und Nicht-Denken besteht. Sie denkt, sie kann einfach den nächsten Flug nehmen, findet sich aber mitten in der riesigen Landschaft eines heruntergekommen Landes mit großer Armut und nicht funktionierender Struktur wieder. Der radikale Ausbruch aus ihrem geordneten Leben, bestehend aus klimatisierten Konferenzräumen und einander gleichenden 5-Sterne Hotels, konfrontiert sie in der Unendlichkeit der georgischen Landstraße mit ihren eigenen physischen und psychischen Grenzen und zwingt sie zu einer Auseinandersetzung mit sich und ihrem Leben.
    Die Autorin entwickelt dabei eine Bilderwelt von wilder Schönheit und einem feinen Sinn für Humor.
  • Thomas Klein - Polterabend
    Mit dem Auftrag, ein Buch über die örtliche Mostkultur zu schreiben, kehrt der Sachbuchautor Martin Sindelar, inzwischen entfremdet und entwurzelt aus dem fernen Hamburg in sein ehemaliges Heimatdorf in Oberösterreich zurück. Konfrontiert mit der ambivalenten Gefühlswelt seiner Jugend, beginnt er erstmals nach dem Tod seiner Frau wieder Nähe zu suchen und destabilisiert durch sein unvermutetes Auftauchen die scheinbar heile Welt der Dorfgemeinschaft.
Lobende Erwähnungen:
  • Digitale Visitenkarte am KulturServerGraz Olga Flor - Erlkönig
    Das Portrait einer jungen Generation auf der Suche nach emotionaler Stabilität in einem sinnentleerten Alltagshedonismus.
    Der vorliegende Roman löst die Hoffnung aus, Grundlage für einen ebenso starken Film zu sein. Die Jury ist neugierig, ob es der Autorin gelingt, die Brillanz der Sprache in ein filmisches Äquivalent umzusetzen.
  • Peter Hörmanseder - Schlafende
    Getragen vom Skeptizismus des Autors zeigt das Script in eindringlichen Tableaus die fehlenden Perspektiven der österreichischen Mittelschicht über drei Generationen hinweg, festgemacht am Beispiel zweier Familien unter-schiedlicher soziographischer Situierung.
ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • Daniela Egger - World Wide Violence
    Die ORF-Jury hat eine Geschichte ausgewählt, die an sich eine Fernsehtauglichkeit erhoffen lässt und deren Figurenkonstellation und aktueller Ansatz interessieren können.
    Der Entwicklungsauftrag versteht sich in diesem Fall als Kontaktaufnahme, Ermutigung und Einladung zur konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Stoff.

Pressemitteilung 2002

Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Ursula Wolschlager Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Ursula Wolschlager.

Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Thomas Klein
Kulturstadtrat Mag. Siegfried Nagl überreicht den Förderpreis an Thomas Klein.

Der Landesdirektor des ORF Stmk, Dr. Edgar Sterbenz überreicht den Förderpreis an Daniela Egger
Der Landesdirektor des ORF Stmk, Dr. Edgar Sterbenz überreicht den Förderpreis an Daniela Egger.




2001 - Thema: PFUSCH

Eingereicht wurden 30 Treatments, darunter 4 von den AutorInnen ausgewiesene TV-Stoffe und 2 Dokumentarfilm-Stoffe.

HAUPTPREIS
  • Gregor Stadlober - Kotsch
    Fohnsdorf, Obersteiermark: New Labour in der Region der frühpensionierten Helden der Arbeit. Vier Mittzwanziger, Schul- und Studienabbrecher leben orientierungslos und unproduktiv in den Alltag hinein. Der Fadesse ihrer Existenz setzen sie eine äußerst vitale, grenzenlose Parallelwelt aus medialen Versatzstücken entgegen, in der sie sich zwanghaft treiben lassen.
    Die Jury war in ihrer Entscheidung vor allem vom liebevollen Umgang mit den Charakteren, deren eigenständiger Sprache und der kraftvollen Bilderflut beeindruckt. Eine Geschichte mit Drive und Tiefgang voller Verwegenheit und Aberwitz.
FÖRDERUNGSPREIS
  • Richard Stradner - Böhmische Elefanten
    Der Versuch, mit filmischen Mitteln eine Person mit ihrer Identität und Lebensverweigerung zu beschreiben. Im Vexierspiegel gebrochener Erinnerungen entsteht ein Stimmungsbild zwischen Sprachspiel, Adorno und Haschisch.
    Der Stoff bezieht seine Faszination daraus, daß die fragmentarischen Elemente den Zuschauer über die konventionelle Identifikation hinaus zum Mitakteur machen. Die Jury empfiehlt dem Autor, die dichte impressionistische Atmosphäre stärker mit ausdifferenzierten Charakteren zu beleben.
  • Arno Geiger und Tobias Albrecht - Steinwald und Atamanov
    Der ukrainische Schwarzarbeiter Atamanov und der Wiener Bauarbeiter Steinwald versuchen, ihre Träume zu verwirklichen. Der eine kommt nach Wien, um Geld für seine Heirat zu verdienen, der andere schwingt sich zu dessen Freund und Berater auf. Gemeinsam fahren sie in einem klapprigen Mercedes zur Hochzeit in die Ukraine.
    Der Preis soll die Autoren ermuntern, sich aus der detailgetreu geschilderten visuellen Ebene herauszuwagen und die angedeutete dramatische Substanz ihrer Figuren gründlicher auszuloten.

ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • wurde nicht vergeben


Pressemitteilung 2001



2000 - Thema: ERINNERN VERSUS VERGESSEN

Eingereicht wurden 55 Treatments, darunter 7 von den AutorInnen ausgewiesene TV-Stoffe und 6 Dokumentarfilmstoffe.

HAUPTPREIS
  • Gabriele Neudecker - Namenlos
FÖRDERUNGSPREIS
  • Peter Stastny - Tikkun
  • Helmut Wimmer - Akt

ORF-PREIS für fernsehgerechte Stoffe
  • Uwe Neuhold und Thomas Klein - Memorex
Pressemitteilung 2000



1999 - Thema: EROS


HAUPTPREIS
  • Franz Berner - Venus ohne Pelz und Maske
FÖRDERUNGSPREIS
  • Zuzana Brejcha - Karla's Lover


Pressemitteilung 1999



1998 - Thema: SUCHT

HAUPTPREIS
  • Gebhard Rein - Das Wurmsterben
FÖRDERUNGSPREIS
  • Sabine Derflinger - Troubles


Pressemitteilung 1998



1996 - Thema: ÖSTERREICH

HAUPTPREIS
  • Norbert Prettenthaler und Jeanette Rosenmaier - Cordoba
  • Florian Flicker und Michael Sturminger - Im Herzen Europas
  • Barbara Albert - Nordrand - oder wenn ich groß bin


Pressemitteilung 1996



1994 - Thema: KRIEG, GEWALT UND WIDERSTAND

HAUPTPREIS
  • Maximilian Gruber - Der eiserne Besen
FÖRDERUNGSPREIS
  • Christian Frosch - Die totale Therapie




1992 - Thema: GELD

HAUPTPREIS
  • Ernst Josef Lauscher - Alaska brennt
  • Nikolaus Leytner - Schatz im Silbersee
  • Axel Traun - Sticky Rice




1990 - Thema: EXIL

HAUPTPREIS
  • Reinhard Jud und Martina Kudlacek - Mond in Cyan




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Homepage: Stadtarchiv Graz

Das Stadtarchiv verwahrt als historisches Archiv die schriftliche Überlieferung der Stadt Graz.


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Die Kulturstätten- servicestelle eine Plattform zur Vermittlung geeigneter Räumlichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende in Graz.





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