Camera Austria-Preis für zeitgenössische Fotografie der Stadt Graz

Allgemeines

Der Camera Austria-Preis der Stadt Graz für zeitgenössische Fotografie wird seit 1989 alle zwei Jahre einer/einem Fotokünstler:in für anerkennenswerte Leistungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Fotografie verliehen. Der Camera Austria-Preis der Stadt Graz wird nicht ausgeschrieben.

Die Vergabe erfolgt durch eine Jury, die sich aus dem/der Herausgeber:in der Zeitschrift Camera Austria sowie vier Herausgeber:innen bzw. Redakteur:innen international anerkannter Kunst- und Fotozeitschriften zusammensetzen. Diese nominieren Kandidat:innen und einigen sich dann in Jurysitzungen über den oder die Preisträger:in.

Der Camera Austria-Preis ist seit 2019 mit Euro 15.000,-- dotiert.

Jurymitglieder 2025 / Richtlinien

  • Rosalyn D’Mello
  • Thomas Geiger
  • Christian Joschke
  • Kateryna Radchenko

Richtlinien für die Zuerkennung des Camera-Austria-Preises der Stadt Graz

Aktuelle Preisträger:inen 2025

Ana Zibelnik und Jakob Ganslmeiers

Begründung der Jury

Die Jury war zutiefst beeindruckt von Ana Zibelnik und Jakob Ganslmeiers gleichermaßen einfühlsamer wie systematischer Analyse der visuellen und sprachlichen Muster, die dem Voranschreiten radikaler faschistischer Ideologien – sowohl online als auch offline – zugrunde liegen. Ihre präzise recherchierten Werkgruppen greifen auf Fotografie, Grafikdesign, Interviews, Publikationen, Videoinstallationen und Ausstellungsdesign zurück, um die Verbreitung eines maskulinen, rechtsextremen Vokabulars in unserer visuellen Alltagskultur durch Memes, Tattoos, TikTok-Videos, Werbeplakate, architektonische Motive und ableistische Kommunikation herauszuarbeiten. Serien wie Bereitschaft (2024), Redpilled (2023) und Haut, Stein (2017–2020) setzen sich aktiv mit den ästhetischen Strategien von Alt-Right-Propaganda auseinander und legen die ihnen inhärente Kontinuität mit historischen Begrifflichkeiten offen. Die produktiven Kollaborationen des Duos begegnen dem Thema auf menschliche Weise, mit Sensibilität und Vertrauen als versuchten sie, das Individuum aus der gewaltvollen Ideologie herauszulösen. Ihr Ansatz verleiht den Arbeiten eine beeindruckende Tiefe, Dringlichkeit und Menschlichkeit und wirft gleichzeitig Fragen nach Verantwortlichkeit auf. Die Arbeiten von Ana Zibelnik und Jakob Ganslmeier spiegeln die von den Jurymitgliedern geteilte Besorgnis über fortschreitende politische Verschiebungen in der westlichen Kultur wider, die die Grundfesten der Demokratie bedrohen.

Bisherige Preisträger:innen

2023 - Joanna Piotrowska
Begründung der Jury

2021 - Belinda Kazeem-Kamiński
Begründung der Jury

2019 - Lebohang Kganye
Begründung der Jury

2017 - Jochen Lempert
Begründung der Jury

2015 - Annette Kelm
Begründung der Jury

2013 - Joachim Koester
Begründung der Jury

2011 - Heidrun Holzfeind
Begründung der Jury

2009 - Sanja Iveković
Begründung der Jury
Laudatio zur Verleihung des Camera Austria Preises 2009

2007 - Marika Asatiani
Begründung der Jury

2005 - Walid Ra'ad
Begründung der Jury

2003 - Aglaia Konrad, Brüssel / Belgien
Begründung der Jury

2001 - Allan Sekula, Los Angeles / USA
Begründung der Jury

1999 - Hans-Peter Feldmann, D

1997 - entfallen

1995 - David Goldblatt, Südafrika

1993 - Seiichi Furuya, Japan / A

1991 - Olivier Richon, CH / GB

1989 - Nan Goldin, USA