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Horst Grandits

 

Geboren 1962 in Graz, Autodidakt.
1995 Anerkennung als Bildender Künstler/Bundesministerium für Unterricht und Kunst
Gestorben 2003 in Graz

1977 - Parallel zur Handwerkslehre/Tischler erster Kontakt mit der Welt der Farben. Die Abstraktion steht im Vordergrund. Es entwickeln sich in den nächsten Jahren zwei Zyklen mit dem Themenschwerpunkten „ Figur“ und „Landschaft“.
1985 - Erste Ausstellungsbeteiligung in Frohnleiten/Volkshaus. Der Künstler zeigt erstmals Arbeiten in Kreide und Öl aus dem Figurenzyklus.
1986 - Bildankauf der Landesregierung Steiermark/Wettbewerb/ zur Ausstattung öffentlicher Ämter.
1987 - Es folgen zwei Ausstellungen in den Sparkassen Frohnleiten u. Kapfenberg, in denen Landschaftsbilder und Stilleben in Öl, Aquarell und Acryl gezeigt werden.
U. a. drei Studienarbeiten in Öl nach dem britischen Landschaftsmaler John Constable
1989 - Zeigt als Gastaussteller des Künstlerbundes im Grazer Künstlerhaus drei Bilder in ÖL und Acryl aus dem Zyklus „Zerstörte Zuflucht“.
1991 - Die Sparkasse Knittelfeld zeigt Arbeiten aus dem Zyklus „Zerstörte Zuflucht“.
1992 - Der Künstler präsentiert in Graz am Boden eines Lokales seine erste Installation. Unter dem Titel „Begehung von Geschlechtsteilen“ werden am Boden ca. 600 handgefertigte Kartonquartrate mit den symbolisch dargestellten weiblich (rot) wie männlichen (schwarz) Geschlecht fixiert. Die Begehung der Installation ist Voraussetzung. Erste Restauration einer historischen Fassade. Entwicklung der ersten Objektreihe aus verschiedenen Materialien/Fundstücken. Die Urbane Landschaft wird erstmals in die Arbeit des Künstlers aufgenommen.
1994 - Erster Kontakt mit dem Ur-Material Ton. Objektreihe aus Ton zum Thema Landschaft und Architektur. Ausstellungsbeteiligung/Atelierauflösung unter dem Titel „11 unterschiedliche Positionen zur Architektur“ in der Kernstockgasse und im Zanklhaus Graz.
1995 - 09.11.1995 - Anerkennung als Bildender Künstler durch das Bundesministerium für Unterricht und Kunst.
1996 - „Figuren aus Ton“ Bank Austria/Eisernes Tor Graz. Ton wird für den Künstler immer mehr zum zentralen Material seiner Arbeiten. Entstehung der ersten Tonbilder. Ausstellungsbeteiligung/Kanzleiausstellung der Rechtsanwälte Grogger und Lehner in Wien, Tonbilder - Figuren und Landschaften.
1997 - Die Tonbilder werden in Materialbilder umbenannt. Eine Reihe von neuen Bildern und (Holz) Objekten entsteht. Der Künstler beginnt das Thema Landschaft neu zu interpretieren, indem er Material zur Farbgewinnung (Gestein aus Steinbrüchen) direkt aus der Landschaft holt, und sie so in den künstlerischen Prozess einbezieht.
1998 - Atelierausstellung mit E. Gfrerer. „Körper-Material-Objekt-Raum“ Der Künstler zeigt ein an der Wand konstruiertes Holzobjekt 200x200x50 cm mit Tonkugel
und ein davor im Raumzentrum platziertes Holzobjekt mit Tonlinie. Die Vergänglichkeit in Landschaft und Architektur, beide Objekte dienen nach der Ausstellung als Brennmaterial. Arcadium/Graz/Materialbilder, Ausstellung zur Neueröffnung des Lokales.
1999 - Akademie der Bildenden Künste Wien-Semperdepot/Ausstellungsbeteiligung „Finale“. Neuerliche Restaurierung zahlreicher historischer Architekturen.
2001 - 09.11.2001 - Das Projekt „Kunst als Therapie“ wird ins Leben gerufen.
2002 - Ausstellung in der Annenbäckerei/Graz/Materialbilder. Ankauf/Kulturamt Graz.
2002 - Althofen/Kärnten, Materialbilder
2002 - Künstlerbundgalerie/Graz, "Objekt = Landschaft = Objekt" - Materialbilder

Tektonische Spurensuche

Die Ursprünge der Materialbilder oder Bildobjekte von Horst Grandits finden sich in seinen Begehungen von Landschaften und Architekturen oder deren Überresten. Von diesen Begehungen bringt er Materialien ins Atelier, die im weitesten Sinn immer noch Baumaterialien sind wie Stein- und Ziegelmehl und vor allem das archaische Bau- und Schöpfungsmaterial schlechthin: Ton. In bewusst tektonischem Verfahren nun baut Grandits seine Bildobjekte schichtweise auf, die - sowohl die Arbeitsweise betreffend, als auch das kunsthistorische Genre - solcherart eine Zwischenposition einnehmen, nämlich als erweiterte Malerei oder reduzierte Bildhauerei.
Die inhaltliche Komponente der Bildobjekte entsteht aus Grandits‘ theoretischer wie auch – als Restaurator - praktischer Beschäftigung mit Architektur und den daraus resultierenden Beobachtungen einer symbiotischen Verbindung zwischen Architektur und Landschaft. Als handelte es sich um Modelle, bringt der Künstler einen zeitlichen Bogen zwischen Aufbau und Verfall von Architektur und ihren schwindenden Grenzen zur Natur in seine Arbeiten ein. Die Bilder erinnern an Fotografien, wie sie sich etwa die Luftbildarchäologie zunutze macht; man vermeint Spuren von Fundamenten in der Landschaft zu erkennen.
Der Zufall wird bei Grandits zu einem entscheidenden Faktor: In einem vorletzten Arbeitsgang überzieht er seine Konstruktionen mit nassem Ton, der in der Reduktion durch Trocknung Risse bildet, wie es infolge klimatischer Bedingungen in Landschaften der Fall sein kann. Aus dieser fragilen Oberfläche werden nun wieder Teile gelöst und darunter gelegene Schichten entdeckt.
Hinsichtlich Grandits‘ Intention um die Themen Landschaft und Architektur, umgesetzt durch Auswahl und Einsatz spezifischer Materialien als pars pro toto, ist die Kategorie Informel auszuschließen.
Horst Grandits modelliert so poetische Landschaft und poetische Architektur im wörtlichen Sinn von hervorbringen oder schöpfen und gleichzeitig fördert seine Arbeitsweise zufällige Konstellationen, ähnlich den Veränderungen von Landschaften im Lauf der Zeit.

Wenzel Mracek, Jänner 2002


 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 

Ohne Titel1997, 40x40x3,7cm
 



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