Musik  

Festival KURTÁG 100

Zum 100. Geburtstag von György Kurtág widmet die Kunstuniversität Graz dem großen ungarischen Komponisten ein dreitägiges Festival. Kurtág 100 versammelt von 6. bis 8. November Studierende und Lehrende aus Graz, Budapest, Timișoara und Genf und lädt dazu ein, Kurtágs Musik aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.

2015_György_und_Márta Kurtág
Wofür steht Kurtágs Musik? Für eine radikale Konzentration auf das Wesentliche: kleinste musikalische Gesten, präzise gesetzte Klänge und eine große emotionale Intensität. Seine Werke verbinden Fragilität und Ausdruckskraft, Stille und Verdichtung, persönliche Erinnerung und musikalischen Dialog. Oft entstehen aus wenigen Tönen ganze Klangwelten. Kurtágs Musik ist zugleich von der ungarischen Tradition, von literarischen Texten, von Freundschaften und von der Auseinandersetzung mit den großen Komponist:innen der Musikgeschichte geprägt.

Den Auftakt bildet am Freitag, 6. November, die österreichische Premiere des Films „Kurtág Fragments“ von Dénes Nagy. Am Samstag und Sonntag folgen sieben Konzerte mit Werken Kurtágs und musikalischen Weggefährt:innen – von Játékok über die Kafka-Fragmente bis zum großen Abschlusskonzert, in dem u.a. das Bartók Divertimento erklingt, das im Juli mit dem Komponisten erarbeitet wurde.

Begleitend zeigt die Ausstellung „Signs, Games, Messages“ im MUMUTH ausgewählte Materialien aus Kurtágs Schaffen. Die von Anna Dalos kuratierte Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Paul Sacher Stiftung.


Termine
6. - 8. November 2026, versch. Beginnzeiten

Weitere Informationen
Programm
Freitag, 6. November
19:00 Uhr
Österreichische Premiere: Kurtág Fragments
Film von Dénes Nagy

Samstag, 7. November
11:00–13:00 Uhr Játékok – Spiele
Játékok – Spielend zur Meisterschaft eröffnet den Konzerttag am Samstag. Kinder und Jugendliche des Konservatoriums und der Young Academy Styria sowie Studierende aus Budapest und Graz präsentieren Kurtágs spielerische Klavierstücke und zeigen, wie aus musikalischer Neugier, Fantasie und konzentriertem Hören ein eigener Ausdruck entsteht. In Játékok wird das Klavier zum Experimentierfeld, auf dem Klang, Bewegung und Spiel unmittelbar miteinander verbunden sind.

14:00–15:00 Uhr Cimbalomissimo
Das Lunchkonzert „Cimbalomissimo“ widmet sich Werken für und mit dem Cimbalom präsentiert von einem großen Virtuosen: András Szalai.
Es steht ein ungewöhnliches Instrument im Mittelpunkt, dessen charakteristischer Klang in einen faszinierenden Dialog mit Flöte, Klarinette, Violine und Gesang tritt.

16:30–18:00 Uhr Signs, Games and Messages
In seinen Werken für Streichtrio und Soloinstrumente wird das Verhältnis von Einzelstimme und Ensemble zu einem zentralen kompositorischen Prinzip. Jeder Ton erhält Gewicht; Pausen, Wiederholungen und kleinste Veränderungen werden zu Trägern von Erinnerung und Bedeutung.
Kammermusik und Solowerke von Kurtág in wechselnden Besetzungen mit u.a. Nurit Stark, Vlad Popescu, Peter Barsony, Julian Arp (Foto) und Zsombor Sidoo

19:00–20:30 Uhr Hommage à Kurtág:
Im Zentrum stehen zwölf Uraufführungen von KUG-Kompositionsstudierenden, die sich von György Kurtágs Musik inspirieren ließen und eigene neue Werke entwickelt haben.
Die zwölf Uraufführungen zeigen, wie lebendig Kurtágs Einfluss auf die jüngere Generation ist. Sie verstehen seine Musik nicht als stilistische Vorlage, sondern als Ausgangspunkt für eigenständige künstlerische Fragen: Wie kann ein einzelner Klang Bedeutung gewinnen? Wie lässt sich musikalische Erinnerung gestalten? Welche Möglichkeiten entstehen aus Reduktion, Brüchen und konzentriertem Hören?
Präsentiert werden die neuen Werke von Studierenden der beteiligten Hochschulen und Ausbildungsstätten. In der Begegnung unterschiedlicher kompositorischer Handschriften entsteht ein vielstimmiges Porträt von Kurtágs Wirkung – eine Hommage, die zugleich in die Zukunft weist.

Sonntag, 8. November
12:00–13:15 Uhr Kafka-Fragmente op. 24
Ein besonderer Höhepunkt des Festivals ist die Aufführung der Kafka-Fragmente op. 24 am Sonntag, 8. November. In diesem rund einstündigen Zyklus für Sopran und Violine vertont György Kurtág vierzig kurze Texte und Textsplitter aus den Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen Franz Kafkas. Die Fragmente reichen von aphoristischen Gedanken und Beobachtungen über Erinnerungen und Selbstbefragungen bis zu poetischen Miniaturen und Momenten von schwarzem Humor.
Interpretiert von u.a. Barnabás Kelemen, Nurit Stark und Eszter Gyüdi

14:00–15:30 Uhr Vorbilder und Freunde
György Kurtágs Musik entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie steht in einem intensiven Dialog mit Komponist:innen, deren Werke ihn geprägt, begleitet und herausgefordert haben. Das Konzert „Vorbilder und Freunde“ richtet den Blick auf diese musikalischen Beziehungen und versammelt Werke von Komponist:innen, die für Kurtágs künstlerisches Denken von besonderer Bedeutung sind – darunter Johann Sebastian Bach, Anton Webern und György Ligeti.
Werke von Bach, Kurtág, Webern und Ligeti
Mit dem Prometheus und dem Alinea Quartett

16:00–18:00 Uhr Abschlusskonzert von Solo bis Streichorchester
Das Abschlusskonzert führt die unterschiedlichen Perspektiven des Festivals in einem vielseitigen Programm zusammen.
Mit Werken von Kurtág und Bartók
Veranstaltungsort: Proberaum
Eintritt: frei


MUMUTH - Haus für Musik und Musiktheater der Kunstuni Graz
Lichtenfelsgasse 14, 8010 Graz
www.kug.ac.at/studium-weiterbildung/studium/infrastruktur/das-mumuth.html
+43 (0) 316 389 1330
info@kug.ac.at
Haltestelle Lichtenfelsgasse/Kunstuniversität: Straßenbahnlinien 1,7


Gerne angeclickt in "Musik" :)