Laura Freudenthaler: Geistergeschichte
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Foto: Freudenthaler 2019 © Marianne Andrea Borowiec; Cover: Droschl

Anschließend im Gespräch mit Kurt Neumann
Laura Freudenthaler erzählt in ihrem 2019 erschienenen, mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichneten Roman Geistergeschichte von „Erschütterungen, die man nicht wahrnimmt, bis sich etwas weit genug verschoben hat, um zu fallen“. Die Pianistin Anne nimmt sich vom Unterrichten ein Jahr frei, um zum eigenen Spiel zurückzufinden und ein Lehrbuch zu schreiben. Doch bald gehorchen ihr die Hände nicht mehr, und statt eines Lehrbuchs entsteht ein anderer Text; sie hört und sieht die vermeintliche Geliebte des Mannes Raum ergreifen. Vertrautes wird unvertraut, Zeitebenen verschieben sich, Imagination und Wirklichkeit sind nicht zu trennen. Dabei zeichnet sich das Macht- und Besitzgefüge eines Paares ab, das sich nicht zuletzt im Umgang mit Sprache manifestiert. Was heißt da sein, wie präsent ist das Verlorene, das Imaginierte, was geschieht, wenn man das Heimliche als unheimlich erkennt? Der vielschichtige, vielfältig zu lesende Roman horcht in und hinter Wände, die durchlässig werden. (Brigitte Schwens-Harrant)
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