SUNDL (A)

Dafür zeichnet "Goth Housing" zuerst ein Vanitas-Stillleben als Clubmusik. Natürlich ohne dieses Hände-hoch-Versprechen, ohne ewigblödes "gleich passiert was". Hier passiert es nämlich die ganze Zeit – nur nicht als Rauschformel, sondern als kritische Infrastruktur. Ja, Goth wohnt hier. Mit Meldezettel. Ohne Heizung. Und hinter schlecht isolierten Wänden. Ein Album wie ein Gebäude, das nachts längere Schatten wirft als tagsüber.
Man hört "Goth Housing" und denkt an alles gleichzeitig: An Robert Smith, der heimlich Ecstasy nimmt, an leerstehende Immobilien in der Josefstadt, an die totale Abwesenheit von Vitamin D und an die Frage, ob Schwarz wirklich die Antwort ist oder ob es einen nur unsichtbar macht für die Zumutungen der Außenwelt.
Wahrscheinlich ist "Goth Housing" aber gar kein Album über Dunkelheit, eher über Konsequenz. Darüber, etwas durchzuziehen, ohne es dauernd kommentieren zu müssen. Sundl baut also weiter. Raum für Raum. Und man merkt erst spät, dass man längst eingezogen ist.
"Goth Housing" erscheint als Kassette bei Cut Surface und Wilhelm Show me the Major Label.
Weitere Informationen
Eintritt: frei
Cafe Wolf
Annenstraße 18, 8020 Graz
www.facebook.com/cafewolfgraz/
info@cafewolf.at
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