Pamina Normal: Das Manifest zur Abschaffung der Frau
Lesung über die neue Weiblichkeitsabwehr, Suchtprozesse und die Geisteskrankheit Patriarchat mit Publikumsdiskussion und Musik von Michl Laab
Foto: V. Mautz

„Wir alle leben in Zombieland und sind süchtig, sogar mehrfachsüchtig. Die funktionierenden Alkoholiker und Suchtkranken entspringen dem kapitalistischen Kalkül genauso wie die co-abhängigen Systemerhalter, deren Agenden um die Probleme anderer kreisen und die im vordergründig selbstlosen Kümmern ihre Lebensberechtigung erfahren.“
In meinem „Manifest zur Abschaffung der Frau“ setzte ich die rhetorische Auslöschung der Frau, wie sie sich im „inklusiven Feminismus“ mit der Geschlechtsneutralisierung etabliert hat, die Verweigerung von unbezahlter Sorgearbeit, genderstärkender Selbstverleugnung und das Ende der Männerschonung entgegen. „Die gerechte Lösung der Betreuungs- und Versorgungsaufgaben hat weiteren Überlegungen zur Gewaltprävention vorauszugehen: Überwindung des Gleichheitstabus in der Arbeitsteilung und in den elterlichen Pflichten durch eine obligatorische paritätische Väterkarenz sowie Quotierung in der be- zahlten Fürsorgearbeit einschließlich der sexuellen Versorgung der Frau.“
Im „genderkritischen Feminismus“, der Geschlecht und Gender auseinander- hält, werden Frauen wie im Radikalfeminismus als eigene Kaste oder Klasse betrachtet. Weltweit verbindet sie alle das gleiche Los: von der Gesellschaft dazu auserkoren zu sein, mehr unbezahlte Sorgearbeit für andere und mehr sexuelle Dienste für Männer leisten zu müssen als dies umgekehrt der Fall ist. Weil sie dabei emotional von Männern abhängig gemacht, domestiziert und in die Vereinzelung getrieben wird, verstehe ich unter der Befreiung der Frau auch ihre Befreiung aus der Liebes- und Beziehungssucht hin zu einem selbstbestimmten Leben, das auf Eigensorge aufbaut und Sorgegemeinschaften begründet.
Die Lesung findet mit Musik von Michl Laab statt. Austausch von Erfahrung, Kraft und Hoffnung aller Anwesenden ist herzlich willkommen.
Pamina Normal, Jahrgang 1975, hat Kunstgeschichte und Pädagogik in Graz studiert. Als Erfahrungsexpertin zum Thema Sucht und gemeinschaftsfördernde Sorgearbeit ist sie Autorin von mehreren Büchern, worin sie neben der kapitalistischen Gesellschaft als Suchtsystem über einzelne Menschen und ihre Suchtprozesse schreibt. Pamina Normal interessiert der Abbau von Geschlechterasymmetrien in der Sexualität (Podcast »Bordelle für Frauen«). Ihre Vision ist der Aufbau von lokalen Zentren der Sorge als Ersatz für die alten Matri-Clans.
https://www.paminanormal.at/
Michl Laab, Jahrgang 1968, studierte am Johann-Josef-Fux-Konservatorium klassische Gitarre. Schon in jungen Jahren erwachte das Interesse für E-Gitarre. Zunehmend wurde auch die Stimme als Ausdrucksform entdeckt. Improvisation als Arbeitsweise ist immer wieder vorrangiger Bestandteil in seiner Musik. In letzter Zeit arbeitet er an seinem Hip-Hop-Projekt „Billig“. Zunehmend betrachtet er seine Arbeit in einem Art-brut-Kontext.
https://www.michaellaab.com/
Klappentext zum Buch „Das Manifest zur Abschaffung der Frau“:
Die rhetorische Modernisierung ersetzt die Kritik am Patriarchat und an Män- nerprivilegien mit jener an Heteronormativität und Cis-Rechten. Während die Terminologie für Männer erhalten bleibt, hat sich von Frauen in den FINTAs nur mehr ihr Anfangsbuchstabe erhalten. Im Dienste einer nominellen Inklusivität müssen ihre problematisierten Körper als Vorderlöcher, feminine Subjekte und Nichtbinäre der Geschlechtsneutralisierung zugeführt werden. An diesem Auslöschungsprozess nehmen Frauen teil, weil sie kein eigenes Begehren haben und süchtig nach Anerkennung sind. In ihrer Co-Abhängigkeit zum Kapitalismus bemuttern sie eine dysfunktionale Gesellschaft aus arbeitssüchtigen Alkoholikern und anderen emotional anorektischen Mehrfachsüchtigen. Ihre system- stabilisierende Verleugnung der endgültigen Lösung zuzuführen bedeutet, dass jede individuelle Genesung die kollektive Heilung des Systems bewirkt und sich die differenzsetzenden Suchtsphären des Öffentlichen und des Privaten zu einer spirituellen Sorgeanarchie vereinigen, in der Männer auch sexuelle Dienste an Frauen verrichten.
Im Moment der Ernüchterung ist das Vorgehen (die Lösung) einfach und zweierlei: die Aktivierung männlichen Zuständigkeitsempfindens durch Abschaffung der unentlohnten Hausarbeiterinnen und der Aufbau einer Bühne für die neuen Agenten des Wandels in lokalen Zentren der Sorge.
Atelier 12
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