Karl Valentin

Ich kenne keine Furcht, es sei denn, ich bekäme Angst

Sa 14.2., 19:30 Uhr

Karl Valentin gehört zweifellos zu den bekanntesten deutschsprachigen Komikern des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Liesl Karlstadt schuf er zahllose Szenen voller absurdem Humor und aberwitziger Sprachspiele. Dabei lässt er die alltäglichsten Situationen grotesk erscheinen – und bringt uns so bis heute zum Lachen.

Viele seiner berühmtesten Sketche entstanden während der NS-Diktatur. Obwohl es ihm Zeit seines Lebens gelang, sich nicht politisch vereinnahmen zu lassen, war Valentin keineswegs ein Widerstandskämpfer und bekannte offen, dass er – wäre mehr Druck auf ihn ausgeübt worden – der NSDAP beigetreten wäre. Für offene Verweigerung hatte er viel zu viel Angst. Auch im Privaten fürchtete sich Karl Valentin vor allem Möglichen: vor Menschenmassen, finanziellem Ruin, künstlerischem Scheitern und jeder erdenklichen Krankheit. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Komik seines Werks als Strategie lesen, der für ihn allgegenwärtigen Furcht etwas entgegenzusetzen.

Hier setzt Ulrike Arnold, Regisseurin der Erfolgsinszenierungen »Der Zerrissene« und »Minna von Barnhelm«, mit ihrem künstlerischen Team an. Sie entwirft einen hochkomischen Abend, der mit großer Lust an abgründiger Komik und absurdem Humor dem Schrecken einer bedrohlichen Welt trotzt. Die Szenen von Karl Valentin und Liesl Karlstadt werden dabei mit Texten ihres Zeitgenossen Daniil Charms ergänzt, dessen Werk an Valentins und Karlstadts absurde Alltagsbeobachtungen anknüpft und von einer grotesken Welt erzählt, die ebenso komisch wie gefährlich ist. Unter dem Titel »Ich kenne keine Furcht, es sei denn, ich bekäme Angst« ist so eine aberwitzige Collage entstanden, in der eine Szene die nächste jagt. Ulrike Arnold greift den unverwechselbaren Humor Karl Valentins und Liesl Karlstadts auf, entwickelt aber gemeinsam mit dem siebenköpfigen Ensemble eigene Figuren, deren Nöte und Hoffnungen in der bedrohlichen Welt, in der sie sich wiederfinden, spürbar werden. Bühnenbildnerin Franziska Bornkamm und Kostümbildnerin Anna Lechner haben dazu – dem Prinzip der Collage folgend – surreale Bildwelten geschaffen, in denen der Alltag zur Geisterbahn wird.


Termine
31. Dezember 2025, 16:30 Uhr, 20:30 Uhr
8. Jänner 2026, 19:30 Uhr
10. Jänner 2026, 19:30 Uhr
14. Februar 2026, 19:30 Uhr

Weitere Informationen
Regie: Ulrike Arnold
Bühne: Franziska Bornkamm
Kostüme: Anna Lechner
Musik: Clemens Rynkowski, Florian Rynkowski
Dramaturgie: Herbert Graf
Licht: Thomas Bernhardt


Schauspielhaus
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www.schauspielhaus-graz.com
+43 (0) 316 80 08
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