„Die Welt mit anderen Augen sehen“: Klaus Kastberger & Max Höfler

„Heimat ist Tiefe – nicht Enge“. Dieser berühmte Satz von Hanns Koren hat jahrzehntelang die steirische Kulturpolitik geprägt. Mit der sogenannten Anti-Heimat-Literatur hat der kritische Blick auf Herkunftsräume der Provinz eine der wichtigsten Strömungen der österreichischen Literatur hervorgebracht. In den letzten Jahren setzt eine Riege junger und äußerst erfolgreicher Autorinnen (darunter Helena Adler, Julia Jost, Johanna Sebauer und Anna Maschik) diese Tradition mit anderen Mitteln fort. Der Vortrag von Klaus Kastberger untersucht, inwieweit auch hier der Blick auf, hinter und unter das Land von den vorgegebenen Wahrnehmungsweisen der Gattung bestimmt ist.



In seiner Leseperformance beschäftigt sich der Grazer Autor Max Höfler mit dem Verhältnis von Kunst und Leben. Ausgehend von einem Standardwerk für Architekten namens „Neufert – Bauentwurfslehre“ entwickelt er künstlerisch eine Theorie der Möglichkeit von (Kunst)wahrnehmung. Er erörtert hierbei Fragen wie: Welche architektonischen und wahrnehmungstechnischen Strukturen müssen gegeben sein, um Kunst als solche überhaupt wahrnehmen zu können? Wie verändern diese Strukturen zum einen die Wahrnehmung von Kunst und zum anderen das Verhältnis der Kunst zum Leben?



Eröffnungsveranstaltung der neuen Vortragsreihe „Die Welt mit anderen Augen sehen“ des Schwerpunktbereiches „Wahrnehmung: Episteme, Ästhetik, Politik“ der Universität Graz.
Die Wahrnehmung unserer Welt ist von unterschiedlichen Perspektiven gekennzeichnet, sodass wir von meiner, deiner und unserer Welt sprechen können. Wahrnehmung ist ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Sinneseindrücken, Wissen, Werthaltungen und Gewohnheiten. Uns interessiert, wie sich Werte entwickeln, wie sie ausgehandelt werden, sich verfestigen und sich wieder neu formieren. In der Vortragsreihe diskutieren wir, wie sich unser Blick auf die Welt verengen und erweitern kann. Der Fokus liegt darauf, wie unterschiedliche Weisen der Weltwahrnehmung unsere Gegenwart beeinflussen, nachhaltig prägen und auch verändern können.
Weitere Informationen zur Vortragsreihe


Termine
28. Jänner 2026, 18:30 Uhr

Weitere Informationen
Klaus Kastberger: Geborgenheitseffekte. Zu einer Bauentwurfslehre der aktuellen österreichischen (Anti-)Heimatliteratur
Max Höfler: Friedhof, Theater und Geborgenheit

Um Anmeldung wird gebeten bis 27.01.2025 unter perception@uni-graz.at
Eintritt: frei


MUWA Museum der Wahrnehmung
Friedrichgasse 41, 8010 Graz
www.muwa.at
+43 (316) 81 15 99
muwa@muwa.at
Haltestelle Augarten: Buslinie 34
eigene Parkplätze vorhanden


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