William Shakespeare ' s RICHARD III.
Ein größenwahnsinniges, schauspieldiktatorisches Despotenkulinarium shakespearscher Indoktrination entwickelt sich vor den ZuschauerInnen zu einer gruseligen "Grillerei" mit Musik.
Über Despotie und Diktatur: Grausamkeit und Lust, die Begleiter zielstrebiger Machtgier, finden in Richard III eine perfide und gleichzeitig Mitleid heischende Figur vor, einerseits wie eine Persiflage auf jemand von einem Alien besetzten, andererseits gelebte Wirklichkeit unter den Menschen, die ihr persönliches Wohlbefinden als ultimative Lebenserfüllung sehen. Dagegen setzt sich in unmittelbarer Nähe kaum jemand zur Wehr - aus Angst! Gleichzeitig aber - über die Aufstauung von Gewalt und Leidenschaft in deren Sog gezogen, in ihre Gesetzlichkeiten integriert, wird die Grundstruktur von Verbrechen an die Kinder weitergereicht unter dem Deckmantel der Religionen und installiert sich zur Petri-Schale für eine schleichende Volkskrankheit, die besonders in Ländern ohne entsprechende intelllektuelle und ethische Schulbildung breite Massen erfasst. Die geringe Bildung ermöglicht dem "Anführer" auch leichter Demagogie und Unterwerfung.
„Weil ich den Liebhaber nicht spielen kann, hab ich beschlossen, den Dreckskerl hier aufzuführen.”
Ein gutes Vorbild für die Despoten unserer Zeit...
Regie: Daniel Doujenis, Christian M. Müller
Mit: Daniel Doujenis, Irmi Horn, Aliona Kalechyts (Stimme & Geige) //
Assistenz, Requisite, Statisterie: Ksenia Kulakova, Elke Hahn, Melanie Hutter //
KOPRODUKTION: schaubühne Graz & kunstGarten