Andy Narell & Sakesho
Andy Narell – steel pans
Mario Canonge – piano Michel
Alibo – bass guitar
Jean Philippe Fanfant - drums
Einen unverwechselbaren Sound, eine neue World Groove – wenn man mal so will - zu etablieren, ist kein Honigmelonenlutschen. Viel mehr als so manche moderne Jazzband auf der Suche nach ethnischer Bereicherung hat das Quartett Sakésho (sprich sah kay show) mit seinen Wurzeln tief im Biguine, der eindringlich synkopisierten, polyrhythmischen Musik der französischen Karibik, einen veritablen synergetischen Effekt in der Liga für Ethnojazz und Weltmusik geweckt. Den unwiderstehlichen Biguine mischen die Musiker aus Martinique und Guadeloupe dabei mit Calypso Beats, afro-cubanischen Grooves, „sophisticated“ Jazzharmonien und ausgedehnten Improvisationen auf. Geprägt wird der über all die Jahre bei unzähligen Live-Auftritten ausgefeilte Sound und Charakter dieser sattelfesten Band freilich durch Andy Narell, den weltweit bekannten Großmeister der Steel Pans (oder Steel Drums), auf dessen virtuose Dienste schon so unterschiedliche Musiker wie Flora Purim, Aretha Franklin, Toto, das Kronos Quartett, Bela Fleck und natürlich Tito Puente nicht verzichten wollten.
Tavitian Orient Express
Harry Tavitian – piano, flute, vocals, percussion
Jim El Lako - violin
Zsolt Maier – alto saxophone
Edi Neumann – tenor saxophone
Hanno Höfer – guitar
David Yengibaryan – accordion
Oktavian Barila Andreescu – bass
Mario Florescu – drums, percussion
Der kleine Mann hat was Schelmenhaftes in seiner Musik, etwas Unberechenbares, etwas Mystisches gar, das nicht immer fassbar scheint. Es ist nicht allein diese Mischung aus opulenter Folklore und Freejazz, Klassik und Jazz, Orient und Okzident, Populistischem und Exzentrischem, mit der Harry Tavitian für Irritation sorgt. Es ist diese unsägliche Balance aus Ernst und Unernst, mit der der rumänische Komponist Widersprüchliches zusammenbringt und für helle Irritation sorgt. Und dort, wo sich in seinem virtuosen – oft knallbunt theatralischen – Expansionsdrang so manche Melodei anbietet, erweist sich die Versöhnlichkeit als trügerisch. An Originalität ist der 55jährige Rumäne aus Constanta damit am ganzen Balkan nicht zu übertreffen. Der ausgefuchste Pianist, der auch als feiner Flötist seinen breiten Horizont erkennen lässt und sich selbst als levantinischen Musiker bezeichnet, mag wohl vornehmlich vom freien Jazz infiziert worden sein. Am deutlichsten wird das, wenn sein Orient Express mit seinem ethnisch starken Charakter vor Spiellust auszurasten scheint. Opulenter wohl kaum eine Band am Balkan zu klingen vermag.
27. April 2007, 19:30 Uhr