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Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens mit: Kathrin Passig.
Die Leitfrage der Reihe lautet: Was eigentlich tue ich, wenn ich schreibe? Prominente Vertreterinnen und Vertreter einer aktuellen Kunst des Schreibens (aus Wissenschaft, Journalismus oder Literatur) werden einmal pro Jahr eingeladen, sich in drei öffentlichen Vorträgen mit dem Umfeld und der Praxis ihres Schreibens auseinanderzusetzen. Die Vorträge werden im nachfolgenden Frühjahr im Grazer Droschl-Verlag publiziert.

Teil I: „Das Internet zeigte, da es keine Wahl hatte, sehr sehr viel Neues”
Teil II: „Noch einmal mit Maschine”
Teil III: „Alle Änderungen annehmen“

Teil I: „Das Internet zeigte, da es keine Wahl hatte, sehr sehr viel Neues”

Literatur im Netz ist eine Totgeburt. Sie scheitert schon als Idee, weil ihr Widersinn womöglich nur noch von Hörspielen aus dem Handy übertroffen wird. (Christian Benne, Die ZEIT, 3. September 1998)

Niemand kann sich alle paar Monate eine neue Poetikdozentur ausdenken, oder falls doch, gehöre ich jedenfalls nicht zu diesen Leuten. Deshalb ist dieser erste Teil die Zusammenfassung von drei Vorträgen, die ich im Herbst 2017 in Münster gehalten habe und die man nirgendwo nachlesen kann. Nur die schönsten Eichhörnchenbilder und besten Ideen aus fünf Stunden Redezeit in einer komfortablen Kurzfassung! Es geht darum, wie alle vom armen Internet eine ganz neue Literatur erwartet haben, und was es stattdessen gemacht hat.

Teil II: „Noch einmal mit Maschine”

Einen Teil meiner heute bereits erledigten Post habe ich schon mit der Feder geschrieben erledigt. Das war zu langweilig. Jetzt, und nur aus diesem Grund, schreibe ich einmal zur Abwechslung mit der Maschine. (…) Du hast doch nichts dagegen? Oder doch? Es gibt Menschen, die mit Maschine geschriebene Briefe als beleidigend empfinden. Meine Ansicht hierüber ist etwas modernisiert. Im Zeitalter der Technik ist es des Menschen gutes Recht, die ihm von der Technik zur Verfügung gestellten technischen Mittel voll anzuwenden. (Alina Smithees Großvater / techniktagebuch.tumblr.com)

2016 habe ich schon einmal unter dem Titel „Heute einmal mit Maschine“ über das Thema „Mensch-Maschine-Zusammenarbeit beim Schreiben“ gesprochen. Seitdem hat sich einiges geändert, anderes habe ich erst in der Zwischenzeit entdeckt. Es ist Zeit für ein Update.

Teil III: „Alle Änderungen annehmen“

Wenn ich nicht mit den Lautstärketasten umblättern könnte, würde ich überhaupt keine Bücher mehr lesen. (André Spiegel)

Auf den ersten Blick ist so ein Buch ein ganz einfacher Gegenstand. Auf den zweiten ist schon ein E-Book weder einfach noch ein Gegenstand, und je genauer man hinschaut, desto schwieriger wird es mit den Büchern. Der österreichische Schriftsteller Peter Glaser hat vor ein paar Jahren in seiner Kolumne in der Berliner Zeitung beschrieben, wie die althergebrachten kulturellen Molekülverbindungen gerade in ihre Grundbestandteile zerfallen und wie sich diese Atome zu neuen Verbindungen zusammenzuschließen versuchen. In welche Teile zerlegen sich die Bücher? Und wohin wandern die Funktionen dieser Teile?
Termine
14., 15., 16. Mai 2018, 19:00 Uhr
Weitere Informationen
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik und Droschl Verlag
Veranstaltungsort/Treffpunkt